Elternforum Aktuell

Erfahrungen Schüleraustausch Kanada

Erfahrungen Schüleraustausch Kanada

Chantie

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Hallo, im Teenie Forum ist so wenig los, eventuell gibt es hier mehr "Leser" Wir planen für unsere Tochter(15) ein Austauschjahr in Kanada für nächstes Jahr im Sommer. Dann ist sie 16,5 Jahre alt. Es ist so gut wie alles fix, wir planen mit Kulturwerke Deutschland. Das hat uns am besten zugesagt. Sie selbst wünscht es sich sehr und wir stehen zu 100% dahinter und denken, dass es sie positiv beeinflussen wird.  Gibt es hier Eltern mit Erfahrungswerten, oder Jemand der selbst im Ausland war? was war wichtig für euch? lg....


Caot

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Man selbst hat da ja einen sehr subjektiven Blick. Oft nur einmal Ersahrung, die geklappt gst oder eben nicht. Unsere Bekannten hatten beide Ki der in der Ferne, einmal selbst organisiert und einmal fremd organisiert. Das Fazit ist, dass alles steht und geht mit den Gasteltern. Und das kann wunderbar passen oder eben nicht. So war es bei Kind1 wunderbar, bei Kind2 eher nicht.  Mein Kind2 war 2x zur Sprachreise und da  ging und fiel es eben auch mit den Betreuer:innen. Leider weiß man das nie vorher. Wichtig denke ich, wäre dem Kind zu signalisieren, dass es immer ein bedingungsloses Rückfahrticket gibt.  Dann wünsche ich euch viel Glück. Mögen sich eure Wünsche/Vorstellungen erfüllen.


KielSprotte

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Wie ist das denn geplant? Eure Tochter für ein Jahr nach Kanada und die dortige Gast Schwester dann ein Jahr zu euch? Mit dieser Form des Austausches habe ich die beste Resonanz erlebt. Es gibt aber -gerade in den USA und Kanada- Paare, die da quasi ein Business draus gemacht haben.......die leeren Kinderzimmer der eigenen inzwischen erwachsenen Kinder werden an Austauschschüler "vermietet". Die stecken da dann kein Herzblut rein, während Eltern deren Kinder anschliessend in die Gegenrichtung aufbrechen sich natürlich mehr Mühe geben, weil sie ja auch für das eigene Kind ein positives Ergebnis möchten. Aber am Ende entscheidet vor allem die gegenseitige Sympathie; von Freunde fürs Leben bis hin zu Wechsel nach wenigen Tagen habe ich schon alles mitbekommen. Krönung war ein Paar in LA, die eigentlich einen Babysitter für die eigenen (jüngeren) Kinder wollten und oben drauf auch noch Geld kassieren......


kia-ora

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Wir waren schon über 10 Mal Gastfamilie. Die Erfahrungen reichen von "für immer Teil der Familie" bis hin zur Vollkatastrophe und vorzeitigem Abschied/Wechsel. Es kommt halt immer darauf an, ob es menschlich passt oder nicht.  Gut geklappt hat es, wenn das Gastkind offen für Neues war und wirklich bereit Unbekanntes auszuprobieren.  Nicht gepasst hat es, wenn die finanziellen Ansprüche zu hoch waren. Wir haben keine Putzfee, Fahren nicht 3mal im Jahr in den Hotelurlaub, usw.  Bin froh, dass wir diese Erfahrungen gemacht haben. So gibt es wirklich Menschen in meinem Leben, die ich anders nicht kennengelernt hätte. 


kia-ora

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Ich würde mal nachfragen, ob und wie viel Geld die Gastfamilie bekommt. Den Vorwurf, manche würden das nur aus finanziellen Gründen machen, kann ich nicht nachvollziehen.   Wir haben in all den Jahren insgesamt 75 Euro bekommen.  Einmalig weil wir jemanden aufgenommen haben, der schwer zu vermitteln war und dringend eine Familie für 4 Wochen brauchte.  Ansonsten war es eine ehrenamtliche Tätigkeit.  


Caot

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Antwort auf Beitrag von kia-ora

"Den Vorwurf, manche würden das nur aus finanziellen Gründen machen, kann ich nicht nachvollziehen." Da bin ich bei Dir. Ich kenne das nämlich auch nur "finanziell wenn überhaupt, dann fast nichts". Aber trotzdem verstehe ich dann nicht, warum Gastfamilien ihre Gästezimmer voll stopfen. In dem mir bekannten Fall gleich 3 Kinder unterschiedlicher Geschlechter. Es ist ein Kuriosum.


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von Caot

Also in den Staaten ist das ein lohnendes Geschäft. Es ist anders, wenn es ein Tausch ist - jemand wird aufgenommen und davor oder danach reist das eigene Kind in die Gegenrichtung. Aber wenn du dich als Gastfamilie anbietest, ohne das eigene Kinder auf Gegenbesuch gehen, verdienen die Gasteltern da gut dran - quasi Hotel mit Vollpension und Familienanschluss. Und welcher Hotelier verdient nicht an seinen Gästen........


Silvia3

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Meine Tochter war mit 17 in den USA. Der Aufenthalt wurde über eine kommerzielle Organisation durchgeführt, mit der wir sehr zufrieden waren. Der Aufenthalt selbst war eine gemischte Erfahrung. Die Schule war toll, die Gastfamilie ging gerade so. Bei unserer Tochter war das Problem, dass sie ein sehr unternehmungslustiges Mädchen ist, die Gastfamilie wohnte 45 Minuten von der Schule entfernt in der Pampa, es gab keinen Schulbus und keine Öffis. Unsere Tochter wollte etwas erleben, die sehr gläubige christliche Familie wollte, dass sie zu Hause lernt und mit den viel jüngeren Gastgeschwistern Gesellschaftsspiele spielt. Sie hatten keine Lust, sie irgendwohin zu fahren. Jede Fahrt zu den Treffpunkten für die Basketballspiele ihrer Mannschaft am Wochenende wurden als totale Zumutung empfunden. Besuche bei Freundinnen am anderen Ende der Stadt gingen gar nicht. Meine Tochter hat durchgehalten, aber wir mussten die Organisation zur Vermittlung einschalten, am Ende war die Situation unschön. Unser Eindruck war, dass die Familie das Gastkind in ersten Linie aus finanziellen Erwägungen aufgenommen hat und völlig falsche Vorstellungen davon hatte, was junge Europäerinnen von so einem Aufenthalt erwarten. Bitte nicht falsch verstehen, unsere Tochter hat keine übermäßigen Ansprüche gestellt, aber sie wollte wenigstens zu Schulveranstaltungen (mal abends ein Theaterstück ihres Jahrgangs oder ein Konzert) und zu den Spielen gefahren werden.  Die Schule in den USA war übrigens relativ hart. Zwar waren die akademischen Anforderungen nicht übermäßig anspruchsvoll, aber es gab fast keine Pausen (der Unterricht geht von morgens bis nachmittags durch, mit 25 Minuten Mittagspause, in der gegessen werden kann). Danach war dann noch Training oder eine andere Schulveranstaltung, danach ging es nach Hause und dann war da ein Berg Hausaufgaben. Sie hat oft bis Mitternacht gelernt.  Alles in allem kam unsere Tochter sehr desillusioniert wieder. Sie war vorher bereits ca. 15x in USA (Urlaub) und meinte das Land zu kennen, aber das Leben in einer stark christlich geprägten amerikanischen Gastfamilie (inklusive verpflichtenden Gottesdienstbesuchen) hat ihr dann doch einen anderen Blick auf die amerikanische Gesellschaft eröffnet.  Kanada ist natürlich ein ganz anderes Land, aber nur mal als Beispiel, dass so ein Aufenthalt nicht immer ganz problemlos verläuft.


Chantie

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Antwort auf Beitrag von Silvia3

Sie wird mit einer großen Organisation den Austausch machen. Die Gastfamilien bekommen maximal eine Aufwandsentschädigung, werden also nicht fürstlich entlohnt dafür. Sie darf Wünsche äußern, aber letztendlich wird für sie ausgesucht und es darf auch nicht wirklich abgelehnt werden, bzw. Geht man dann schon ins Gespräch. Es ist aber nicht so, dass man mehrere zur Auswahl hat. Ein eigenes Zimmer wird garantiert, das war meiner Tochter wichtig. Ansonsten ist sie sehr offen, was die Gastfamilie betrifft. Die Schule und den Schulbezirk kann sie sich aussuchen, es wird eine Stadt mit 90000 Einwohnern. Sie wollte es nicht ganz so ländlich, damit gut Sachen machen kann. Der Vertrag ist unterschrieben, jetzt hat es 1,5 Jahre Zeit für die Planung und Umsetzung. Wir sind recht früh, deshalb hoffe ich auch auf ein gutes Match mit der zukünftigen Gastfamilie.


Nurmalsoeben-mobil

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Antwort auf Beitrag von Chantie

Geht sie in den französich- oder englischsprachigen Teil? Québec ist auch rein vom Wetter, der Vegetation und dem Lebebsrhythmus her ziemlich anders, aber natürlich auch spannend. Eine Bekannte war länger in Vancouver, und da war das Klima im Vergleich dazu eher mild/mediterran. Ich kenne von den Schulkameraden meiner Kinder (meine waren beide nur kurz in England und erst nach dem Abi im Gap Year unterwegs) vor allem Austausche mit Australien und Neuseeöand, und das war bei einigen ziemlich einschneidend. Schule ist in Ozeanien scheinbar nicht so verbissen wie hierzulande, es wird viel Wert auf Sport und Outdooraktivitäten gelegt, und es gibt weniger stures Gebüffel. Dementsprechend war vor allem für drei der Austauschschüler, die ich kenne, das Auslandsjahr ganz toll (und sie sind da auch sehr gereift und selbständiger geworden), aber die Wiedereingliederung in das hiesige Schulsystem war schwierig. Das waren aber Jungs, Mädchen sind mit 17 ja tendenziell etwas reifer. Ich selbst bin mit knapp 19 (nach dem Abi) in Südfrankreich gewesen und musste auch einmal die Familie wechseln,  weil es gar nicht ging. In der zweiten Familie bin ich dann aber sogar länger geblieben als geplant und habe ein Studium begonnen...


Chantie

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Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben-mobil

Sie geht nach Vancouver Island. Da ist das Klima noch im Rahmen und sie hat das Meer und die Berge. Ich bin sehr gespannt, wie sie das Schulsystem dort erlebt. Hier ist Schule wirklich eine Katastrophe! Sie ist eine gute Schülerin im 2 er Bereich kommt aber regelmäßig mental an ihre Grenzen, wenn wieder alle Arbeiten auf einmal geschrieben werden und vorher der Unterricht zur Hälfte ausgefallen ist. Im Ausland hat sie sich schon immer wohler gefühlt. Seitdem sie 6 Jahre alt ist sagt sie immer, das sie nicht in Deutschland bleibt. Sie will ins Ausland😊


Banu28

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Antwort auf Beitrag von Chantie

Hier und im Freundeskreis auch sehr gemischte Erfahrungen.  Einmal unfreundliche Gastfamilie (Australien), die mit eher zurückkhaltendem Kind nichts anfangen konnte. Kind, das deshalb in der Freizeit kaum noch aus seinem Zimmer herauskommen wollte und sich etwas verkroch. Kind schaffte es aber nach einigen Wochen, mit Betreuern zu reden. Man fand eine neue Gastfamilie, wo das Mädel super happy war, weil sie dort locker, fröhlich, witzig und offen waren. Einmal strenge Gasteltern (anderes Kind, aber auch Australien). Standpauke durch Betreuer, weil Gasteltern sich über unordentliches Kind, das sich zu wenig an Regeln hielt, beschwert hatten. (Das war die Tochter einer Freundin von mir, und ich vermute, die Gasteltern hatten zum Teil recht ...). Tochter kam trotzdem leicht schockiert und ziemlich gefrustet wieder. Zweimal tolle Gasteltern (jeweils USA), warm, offen, lieb, Kind Teil der Familie, alles weinte, als es wieder abfuhr. Einmal (England) Gasteltern, die ein Business daraus gemacht haben und ihre Gästezimmer an immer zwei bis drei Gast-Teens gleichzeitig vergeben hatten. Die Mutter verdiente sich so über die Vermittlungsagentur Geld dazu. Sie war ganz nett, aber nicht herzlich, sondern eher wie eine Pensionswirtin. Und einmal ein Kind (17), das trotz aller Vorfreunde kurz vorher Bammel bekommen hat (Kanada) und gar nicht erst abgeflogen ist. Auch das gibt's. Fazit: Gastfamilien sind exakt genauso unterschiedlich wie alle anderen Menschen auch. Es gibt solche, und solche. Sehr wichtig finde ich, dass das Gastkind offen und im Alltag auch hilfsbereit ist (Tisch decken usw.). Dass es sich aber auch traut, die Betreuer anzusprechen, wenn es sich unwohl fühlt. Es wird immer eine Lösung gefunden. Die Kinder haben sich alle innerlich sehr weiter entwickelt und sind im Außen selbstständiger und selbstbewusster geworden. Trotzdem rutschten sie daheim doch schnell wieder ins gewohnte Verhältnis zu den Eltern, da hatte sich wenig geändert, aber das muss es ja auch nicht unbedingt. Die Vertrautheit ist ruckzuck wieder da. LG