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Zweijährige greift Kindern ins Gesicht, schubst, ist grob zu anderen – Was tun?

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Zweijährige greift Kindern ins Gesicht, schubst, ist grob zu anderen – Was tun?

Anni_Q

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Hallo ihr Lieben, meine fast zwei Jahre alte Tochter ist eigentlich ein liebes, aufgewecktes kleines Mädchen, das sich laut den Erzieherinnen im Kindergarten toll entwickelt und auch schon sehr weit für ihr Alter ist.  Leider kommt es seit einer Weile immer wieder vor, dass sie anderen Kindern unvermittelt ins Gesicht fasst, zum Beispiel, wenn ein anderes Kind neben ihr sitzt oder jemand hinter ihr läuft. Auf dem Spielplatz ist es aber auch schon vorgekommen, dass sie aktiv auf ein anderes Kind zugeht, um es ins Gesicht zu fassen oder zu schubsen, manchmal mehrfach hintereinander.  Mein Partner und ich sagen ihr als Eltern jedes Mal, dass das nicht in Ordnung ist und sie anderen damit wehtut und nehmen sie weg, sobald sie es nochmal versucht. Leider scheint das keinerlei Wirkung zu zeigen. Das ist natürlich auch unangenehm gegenüber anderen Eltern. Eine Erzieherin aus dem Kindergarten hat erzählt, dass unsere Tochter auch im dort dieses grobe Verhalten zeigt und sich zuletzt wohl auch beim Mittagsschlaf auf ein anderes Mädchen draufgelegt und ihr ins Gesicht gefasst hat. Dadurch hat sie die Kleine geweckt und zum Weinen gebracht. Ich bin etwas ratlos, was die Gründe hinter ihrem Verhalten sein könnten. Die Erzieherin meinte, mehr als weiter dranzubleiben und immer wieder zu sagen, warum das nicht in Ordnung ist, geht eigentlich nicht... Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und vielleicht Tipps oder Lösungsideen für uns? Das würde mich sehr freuen :) Liebe Grüße, Anni


Julia294

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Antwort auf Beitrag von Anni_Q

Hi, also mit dem Problem selber kann ich Dir leider keinen Rat geben. Aber mit "Die Erzieherin meinte, mehr als weiter dranzubleiben und immer wieder zu sagen, warum das nicht in Ordnung ist, geht eigentlich nicht... " schon. Denn genau so ist es, immer und immer wieder - am besten mit der gleichen Konsequenz - davon abhalten. Ein ganz anderes Beispiel. Mein Sohn hatte die Gitter von seinem Bett wegbekommen, da war er gerade 2 Jahre alt geworden. Ich musste ihn über ein halbes Jahr jeden Abend, manchmal aller paar Sekunden, wieder ins Bett bringen, weil er ständig aufgestanden ist. Immer und immer wieder. Und ich habe immer gleich reagiert, habe ihn immer wieder ins Bett gebracht. Mittlerweile bleibt er liegen, er ist nun 3 Jahre alt.  Es sind ganz viele Dinge, wo mein Sohn monatelang immer wieder darauf hingewiesen und abgehalten werden muss, bis er es verstanden hat. Ob das normal ist? Keine Ahnung. Aber ich denke, dass die Kinder da unterschiedlich sind. Manche haben es nach ein paar Mal verstanden, manche (wie mein Sohn) brauchen mehrere 100 Wiederholungen, bis sie es verstanden hat. Viel Glück und Geduld.


Anni_Q

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Antwort auf Beitrag von Julia294

Liebe Julia,  ich danke dir! :) Das kann ich mir auch vorstellen, also dass man einfach dranbleiben muss, weil jedes Kind unterschiedlich lange braucht, um etwas nachhaltig zu verinnerlichen und zu verstehen.


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von Anni_Q

Ich denke auch, dass die Erzieherin recht hat. Zweijährige sind einfach sehr impulsiv und halten sich nicht immer an Regeln. Auch wenn es aus Erwachsenensicht aggressiv rüberkommt, steckt oft einfach nur Neugier oder das Bedürfnis zu kommunizieren/interagieren hinter solchen "Angriffen". Kann man sich vielleicht ähnlich wie bei einem Hundewelpen vorstellen, der aus Spieltrieb heraus beißt. Meist wird es besser, wenn das Kind sich sprachlich besser ausdrücken kann. Es ist aber trotzdem wichtig, auf die Regel zu bestehen - sonst hat deine Tochter gar keine Gelegenheit, die Regel zu lernen. Noch als Ergänzung: In dem Alter helfen Handlungen/Reaktionen viel mehr als Erklärungen. Also am besten Kind sofort aus der Situation nehmen. Dann finde ich es auch gut, sich dem anderen Kind kurz zuzuwenden. ("Alles in Ordnung? Entschuldigund, meine Tochter ist noch klein und wollte dir nicht wehtun.") Und danach dem eigenen Kind erklären, dass man es nicht darf. Ein kurzer klarer Satz reicht, alles andere verpufft oder verwässert die Erklärung eher. Und dann einfach normal zum nächsten übergehen.


Anni_Q

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Antwort auf Beitrag von JoMiNa

Danke dir für deine Einschätzung und deine Hinweise :) Das werden wir mal versuchen!


WonderWoman

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Antwort auf Beitrag von Anni_Q

zusätzlich zum geschriebenen: achte auf ton und mimik. ein knappes und deutliches "nein" ist effektiver als ein lächelnd hingesäuselter 10-minuten-vortrag.


Anni_Q

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Antwort auf Beitrag von WonderWoman

Da gebe ich dir völlig recht, man muss schon klar und deutlich sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.


Bonnie

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Antwort auf Beitrag von Anni_Q

Huhu, Kinder haben mit zwei Jahren noch keine Impulskontrolle, das heißt, sie können ihr eigenes Verhalten noch nicht bewusst steuern. Es passiert ihnen sozusagen. Sie lernen aber trotzdem schon, bloß halt nicht durch Einsicht, lange Erklärungen und Selbstkontrolle, sondern eher durch Erfahrung.  Deshalb schließe ich mich einer Vorrednerin an: am besten ist eine kurze, klare Reaktion. Ein energisches "Nein, nicht ins Gesicht fassen!" plus eine sofortige Herausnahme deiner Tochter aus der Situation. Im Kiga wiederum müssen die Erzieherinnen solche Situationen lösen, hier kannst du keinen Einfluss nehmen. Dass du und dein Partner kurz und knapp bleibt, ist auch deshalb sehr wichtig, um das Verhalten nicht noch zu verstärken. Denn jedes Verhalten, das zuverlässig Mamas vollste Aufmerksamkeit auslöst, ist für das Kind hochinteressant. Unerwünschtes Verhalten sollte man daher mit möglichst wenig Aufmerksamkeit belohnen. Schnell, klar, beiläufig heißt die Devise. Du fragtest nach den Gründen für das Verhalten. Da würde ich nicht zu tief schürfen. Deine Tochter will auf diese Weise einen Kontakt herstellen und merkt noch nicht, dass dies keine geschickte Möglichkeit ist, sondern eher schlecht ankommt.  Das Ganze ist eine Phase, und Phasen brauchen ihre Zeit. Schnelle Lösungen oder einen tollen Erziehungstrick, um sie ruckzuck abzustellen, gibt es nicht. Deine Tochter wird aber in den nächsten Monaten lernen, dass dieses Verhalten einfach nicht gut funktioniert. LG


Anni_Q

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Antwort auf Beitrag von Bonnie

Danke liebe Bonnie, das hilft uns auf jeden Fall weiter! Vor allem an den Aspekt, dass man unerwünschtem Verhalten nicht so viel Aufmerksamkeit widmen sollte, hatte ich noch gar nicht gedacht. Es klingt für mich aber total plausibel. Darauf werden wir in Zukunft mehr achten und auch danke für den Hinweis, die Gründe für das Verhalten seines Kindes nicht zu überdenken. Manchmal geht man wahrscheinlich zu "erwachsen" an solche Dinge heran.