Elternforum Rund ums Kleinkind

Kita Eingewöhnung Gescheitert

Anzeige Mittelohrentzündung
Kita Eingewöhnung Gescheitert

Blueberrylila

Beitrag melden

Hallo zusammen, ich wollte mal eure Erfahrungen und Meinungen zu unserer Eingewöhnungen. Meine Tochter ist drei Jahre alt, und geht seit Anfang des Jahres in den Kindergarten, die Eingewöhnung gestaltete sich von anfang an holprig. Direkt am ersten tag der Eingewöhnung wurde ihre Bezugsbetreuerin für 2 wochen krank, und ich wurde gebeten trotzdem täglich mit der kleinen zu kommen, damit sie sich schon mal dran gewöhnen kann. So waren wir die ersten beiden wochen für 1 bis 2 std zusammen dort und ich beschäftigte mich hauptsächlich alleine mit ihr ( bis auf eine Erzieherin, die aber meinte sie sei nur springerin deshalb möchte sie sich nicht zu viel einbringen). Dann bekam meine Tochter Influenza und hatte anschliessend eine Mittelohrenzündung so das wir zwei wochen zuhause waren. Ihre Bezugserzieherin wollte dann direkt am zweiten Tag eine trennung versuchen, mir viel auf das ihre Bezugserzieherin nie wirklich viel kontakt zu meiner Tochter suchte, es waren eher die anderen Erzieherinnen. Meine Tochter blieb dann eine zeitlang für 1 bis zwei Stunden alleine was auch recht gut klappte. Dies kippte dann aber irgendwann und ich wurde wieder früher angerufen, um sie abzuholen da sie müde war oder weinte. Blöder weise bekam sie dann erneut Husten, und war nochmal für eine Woche zuhause. Als sie zurück kam wurde mir gesagt das sie wahnsinnige Angst um ihre Sachen hat, das sie immer alle ihre Sachen mitschleppen würde und darauf aufpassen will, ich erzählte dann das sie mir jeden morgen sagt das sie nicht in den Kindergarten möchte, die Erzieherin meinte dann, wenn sie hier sei würde es ihr gefallen. Heute wurde ich nach 10 min angerufen und mir wurde gesagt das meine Tochter nur am weinen sei und ich sie holen solle. Ich hatte zu beginn der eingewöhnung erwähnt das meine Tochter noch nie fremdbetreut wurde und sehr an mir hängt und ich und ihr Vater uns vor einem Jahr getrennt hätten. Nun sagte mir die Erzieherin heute, beim abholen an der Tür, das meine Tochter Verlustängste hätte und sie nicht wisse wieviel sie von der Trennung mitbekommen habe, und das ich mal mit ihr zum Kinderarzt solle.  Ich bin aus allen Wolken gefallen, mein Kind ist zuhause ein fröhliches, lebhaftes und offenes Kind das viel lacht, auf dem Spielplatz sucht sie aktiv selbst nach Kontakten zu anderen Kindern, und auch zu ihrem Vater hat sie regelmässigen Umgang. Irgendwie habe ich das Gefühl das jetzt versucht wird meine Tochter in eine Schublade zu stecken, die eingewöhnung klappt nicht also muss es ja an ihr bzw. Uns liegen. Wie bewertet ihr als aussenstehenden die Situation. Liebe Grüsse


Bonnie

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Blueberrylila

Hallo, oje, das ist wirklich ein holpriger Start, der wohl zum einen durch die häufigen Infekte bedingt war. Da kann ja zuerst einmal niemand etwas dafür.  Trotzdem sind die Erkrankungen sicher nicht der einzige Grund. Tatsächlich belastet jede Trennung ein Kind auf Jahre hinaus, das ist normal und niemand kann etwas dafür, aber es ist so. Ich würde jetzt lösungsorientiert denken. Denn momentan begibst du dich ein wenig auf eine Argumentations-Ebene mit den Erzieherinnen unter der Überschrift: Wer hat Recht? Aber das löst die Situation überhaupt nicht und hilft auch deiner Tochter nicht weiter. Natürlich ist es nicht schön, wenn man das Gefühl hat, die Erzieherinnen können das Problem mit der Eingewöhnung momentan nicht lösen. Aber aus Sicht der Erzieherinnen muss man sagen: Sie erleben im Laufe der Zeit Hunderte von Kindern. Und sie sind zwar keine Kinderpsychologen, aber sie sehen, wenn ein Kind sich anders verhält als die meisten anderen Kinder oder sich schwerer tut als andere. Und in diesem Fall ist es richtig, dass sie eine Besprechung beim Kinderarzt vorschlagen, um z.B. eventuell ein Rezept für Ergotherapie zu bekommen. Die ist für Kinder, die sich in sozialen und kommunikativen Situationen (außerhalb des Elternhauses) noch etwas schwer tun. Das ist eine wirklich prima Sache. Die Kinder üben spielerisch in Kleingruppen, sich einzubringen, gemeinsam kleine Projekte mit anderen Kindern zu übernehmen, Routine in der Kommunikation mit anderen zu gewinnen und sich auf Erwachsene einzulassen, die das anleiten. Ich würde diese Möglichkeit tatsächlich mit dem Ki-Arzt besprechen, weil man dafür eine Überweisung/Verordnung braucht. Ich finde, wenn ein Kind leidet und Angst hat, sollte es jede Hilfe bekommen, die es gibt, damit sich die Situation rasch löst. Und da es so tolle, seit Jahrzehnten bewährte, spielerische und schöne Konzepte wie z.B. die Ergotherapie gibt, darf man die auch bedenkenlos nutzen. Kinder profitieren sehr davon.  LG


Ani123

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Blueberrylila

Nur vom lesen her würde ich sagen, dass die Bezugserzieherin und ihr Kind nicht "matchen". So was kommt vor. Sich das als Erzieherin einzugestehen kann schwer sein und zu Selbstzweifel führen. Das sollte es nicht, denn sehen wir es an einen selbst, ich komme auch nicht mit jeden gut aus. Sich einzugestehen, dass ein Wechsel gut sein könnte zeigt von Stärke. Dass die Bindung zur Bezugserzieherin nicht fest ist zeigt, dass eine Beruhigung nur bedingt geschieht. Fraglich, ob die Bezugserzieherin ihren Kollegen ermöglicht ihr Kind zu beruhigen oder ob das in der Gruppe nicht gewollt ist oder sie es nicht ermöglicht, weil sie glaubt damit Schwäche zu zeigen.  Wenn die Bezugserzieherin direkt am Anfang fehlt kenne ich es (Erzieherin), dass 1) eine Kollegin die Rolle übernimmt bis die Eingewöhnung abgeschlossen ist oder auch danach. Alternativ, 2) wenn die Abwesenheitsdauer ersichtlich ist, wird angeboten, dass das Kind bis dahin zu Hause bleibt. Den Erziehungsberechtigten wird, wenn 2 eintritt, beide Optionen genannt und diese entscheiden welche genommen wird. Ist die Abwesenheit nicht ersichtlich folgt Methode 1. Kommunikation ist auch da das Wichtigste.  Die Idee, dass ihr Kind trotz Abwesenheit der Bezugserzieherin kommt ist eine Option. Es sollte bedacht werden, dass die Bezugserzieherin ihr mit Anwesenheit anfangs fremd ist. Daher sollte die Eingewöhnung dann mit ihr trotzdem neu starten. Eine Trennung am 2. Tag sehe ich in ihrem Fall als verfrüht an.  1-2 Stunden war ihr Kind bereits dort. Irgendwann (meist nach 3-4 Wochen) kann der Punkt kommen wo ihr Kind realisiert, dass es täglich in die Kita geht. Das kann dazu führen, dass ihr Kind nicht mehr in die Kita möchte und weint. Es fällt ihrem Kind schwer sich zwischen zu Hause und Kita zu entscheiden. Es möchte beides gleichzeitig.Trotzdem sollte ihr Kind weiterhin zur Kita gehen. Die Aufgabe der Bezugserzieherin ist es das Kind zu beruhigen. Da die Bindung nur bedingt vorhanden ist ist das schwieriger. Zudem hat die Erzieherin die Zeiträume der Beruhigung reduziert. 10 Minuten ist wenig Zeit. Da frage ich mich wie o. g. ob Kollegen unterstützen durften oder sie alleine handelt.  Mein Vorschlag ist, Wechsel der Bezugserzieherin. Die Eingewöhnung mit der neuen Bezugserzieherin neu starten. Vorher mit der Erzieherin sprechen und ihre Wünsche äußern. Falls noch nicht bekannt erfragen sie nach welchem Modell eingewöhnt wird. In der Regel ist es das Berliner Modell. Fragen sie nach, wie das Modell individuell auf ihr Kind angepasst wird.  Kommunikation ist das Wichtigste. Ohne kann eine Eingewöhnung nur schwer gelingen.  Sollte das Modell nicht funktionieren wäre vielleicht das Münchner Modell eine Option. Allerdings funktioniert das wenn die Erzieher, besonders Bezugserzieherin, mitmachen und sie als Mutter. Es ist zeitaufwendige, bedeutet mehr Mitarbeit, mehr Präsenz in der Kita. Es gibt Kitas die das nicht umsetzen können (z. B. personell) und wollen (Gründe individuell). Das ist kein Grund, dass due Kita schlecht ist. Im Gegenteil, die Kita kann trotzdem sehr gut sein.  Loslösung von ihrem Kind. Es scheint ihnen schwer zu fallen ihr Kind loszulassen. 3 Jahre mit Kind zu Hause, die Trennung, dadurch alleine mit Kind, das kann dazu führen, dass es ihnen noch schwerer fällt sich zu lösen. Ihr Kind lernt von ihnen und wie sie es machen. Fält es ihnen schwer sich zu lösen kann sich das auf ihr Kind übertragen. (Nicht muss!)  Vorab sollten sie für sich klären, ob sie der Gruppe noch eine Chance geben. Wenn ja könnte o. g. angewandt werden. Wenn nein sollte ein Gruppen- oder Kitawechsel angestrebt werden. Denn ihre Einstellung zur Kita überträgt sich auf ihre Tochter. Auch wenn sie positiv davon sprechen, aber negativ denken, übertragen sich die Gefühle auf ihr Kind.  Die Idee mit dem Kinderarzt finde ich gut. In der Regel kennt dieser ihr Kind lange und kann individuelle Unterstützung geben. Wie die Vorherige schon schrieb kann Ergotherapie gut helfen. Es kann die soziale Ebene fördern. Ihr Kind verbringt alleine Zeit mit einer Ergotherapeutin. Evtl. erfolgt die Therapie auch in einer Gruppe.  Zurzeit kennt ihr Kind außerhäusliche Aktivitäten nur mit ihnen zusammen. Wie sie schreiben geht sie auf andere Kinder zu. Sie sind dabei in der Nähe und geben ihr Kind Sicherheit. Da ist es ein Unterschied, wenn ihr Kind irgendwo alleine ist. Nutzen sie die Chance und fordern Unterstützung an. Nicht jeder Kinderarzt verschreibt das von sich aus. Einfordern kann für ihr Kind hilfreich sein. 


Blueberrylila

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Ani123

Danke für den Beitrag, momentan ist in der Kita sie die einzige feste Kraft. Alle anderen sind aufgrund langwieriger Erkrankungen ausgefallen in der gesamten Kita, ansonsten sind nur Springkräfte da. Am Anfang der Eingewöhnung ( als sie noch krank war), hat sie sich fur kurze Zeit problemlos kurz getrennt.  Als sie wieder da war, hat sie nie versucht Kontakt aufzunehmen und wollte dann direkt eine trennung für längere Zeit, wo sie mir die kleine auch weinend vom Arm gerissen hat und weggegangen ist. Am Anfang hat es dann auch gut funktionert, ich vermute das es eventuell mit dem wegfall der zweiten erzieherin zu tun hat und den ständig wechselnden Springkräften. Genau das war auch mein Gedanke das es mit ihr nicht matcht. Wir möchten es jetzt nächste Woche nocheinmal versuchen, sie meinte mit kürzeren Zeiten. Ob das zielführend ist weiss ich auch nicht.   Über einen Kitawechsel hab ich nachgedacht, nur habe ich mein zweites Kind auch bereits dort für den Herbst angemeldet und ich müsste dann beide ummelden.


RR

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Blueberrylila

Hallo bin zufällig hier reingerutscht, mein Sohn ist bereits 22.... ABEr: Er wäre auf diese Art u. Weise NIEMALS Mit 3 Jahren in einem Kiga geblieben, schon von mir auch nicht, ich hätte nämlich keine "hauruck-Aktion" geduldet. Bei uns stand damals auch mit 3 bei Kinderarzt plötzlich auf dem Schirm "der ist zu schüchtern u er kann nicht auf einem Bein hüpfen" - der soll dringend in die Frühförderung aber auf dem schnellsten Weg.... ich saß dann verdattert mit dem Zettel zu hause u. musste das erstmal sacken lassen, denn daheim hatte ich ein fröhliches u. ausgeglichenes Kind das ich sogar oft als Gleichaltrigen voraus erlebte.... Ich traf dann eine ältere pensionierte Schullehrerin auf dem großen Abenteuerspielplatz auf den wir immer gingen u. erzählte es ihr. Die fiel aus allen Wolken u. meinte ich soll da bloß nicht drauf eingehen, früher fragte niemand danach ob Kinder mit 3 auf 1 Bein hüpfen können o. ob das Kind aufgeweckt mit jedem Erwachsenen spricht.... Und genauso habe ich das dann auch gesehen, bin nicht zu irgendeiner Frühförderung, Sohn ging erst mit 4,5 Jahren in den Kiga (konnte ich da ich zu Hause im eig. Betrieb arbeitete), es gab nie Tränen u. keine Trennungsangst, denn er war bereit dafür, Plaudertasche wurde er auch später nicht, aber er hat heute seinen Beruf u macht gerade den Meister...... An deiner Stelle würde ich - wenn möglich - beide Kinder auf einmal im Herbst zusammen eingewöhnen. Bis dahin ist die Große schon ein bisschen älter u. dann siehst du ja wie es klappt... zur Not wirklich anderer Kiga.... ich war froh, dass wir nur 2 Jahre dort hatten denn die Krankheiten werden echt ständig mit heim gebracht u. auch verteilt u. im letzten Halbjahr war mein Sohn schon sehr "lustlos" in den Kiga gegangen u. froh als es vorbei war... Schule war dann wieder was anderes u. lief soweit gut.... viele Grüße


kia-ora

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Blueberrylila

In vielen Regionen hat sich die Lage in den Kindergärten entspannt. Vielleicht kannst du woanders neu anfangen?   Ein Kind zum Arzt zu schicken, weil die Eingewöhnung nicht klappt, ist nicht hilfreich.  Was soll der denn tun? Ein guter Kindergarten hat deutlich bessere Lösungsansätze.


Blueberrylila

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

Danke für deinen Beitrag, ich meinte zur Erzieherin das ich doch keinen Therapieplatz bekomme nur aufgrund einer holprigen Eingewöhnung, sie meinte sie würden das dann in die Wege leiten. Meine Tochter ist ein lustiges lebensfrohes Mädchen, und nur weil wir als Eltern uns getrennt haben, heisst es nicht das sie in Instabilen Verhältnissen aufwächst, da sie auch unsere Familiäre Situation ansprach. Wie viele Eltern sind unglücklich zusammen und streiten sich vor den Kindern. Sie sieht ihren Vater mehrmals die Woche. Ich habe durch diesen Satz wirklich etwas das Vertrauen verloren.


Julia294

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Blueberrylila

Hi, ja, die Eingewöhnung mit Krankheit (eigentlich normal beim Start in die Kita) und wechselndem Personal ist nicht optimal. Ich erzähle mal von uns. Ich habe einen 3 jährigen Sohn, der noch nie fremde Leute mochte, damals wie heute. Ist halt bei ihm so. Sogar die eigenen Verwandten will er nicht sehen und wenn wir dann dort sind, gleich wieder gehen, lach. Ich hatte mich vom Kindsvater vor ca. 1,5 Jahren getrennt. Seitdem gibt es so gut wie nur telefonischen Kontakt, im Moment sogar gar keinen. Mein Sohn will nicht. Obwohl er schon seit über 2 Jahren in die Kita geht, war die Trennung mit Umzug und neuer Kita nicht leicht. Ich hatte auch eine Eingewöhnungszeit von 1,5 Monaten, und das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon fast 1 Jahr in die Kita ging. Die Trennung war schwer für meinen Sohn, dass war aber nur 2 Wochen nach dem Umzug. Ob das schwierige Eingewöhnen in die Kita bei euch mit der Trennung was zu tun hat, lässt sich schwer sagen. Ich weiß nun nicht, wieviel Kontakt noch zu dem Vater ist. Das hat natürlich auch Einfluss. Und manche Kinder sind halt so, siehe mein Sohn. Den klaut mir keiner, der schreit alles zusammen, wenn ihn jemand fremdes anfässt :-). In gewohnter Ungebung ist er z.B. auch offen, neugierig. Hier bei uns ist leider auch wechselndes Personal, gefühlt jeden Monat eine neue Kraft, die anfängt und gleich wieder kündigt. Da tun sich aber mehrere Kinder in der Gruppe schwer, dass erzählen mir die anderen Mütter. Viel Glück mit dem 2. Versuch. Halt uns bitte auf den laufenden. Danke.