Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen-ausreichend?

Frage: Stillen-ausreichend?

Meki

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Ich habe einige Unklarheiten bezüglich des Stillens meiner Tochter und würde mich über Ihre Expertise freuen. ​Eckdaten: ​Alter: 16 Wochen ​Geburtsgewicht: 3170 g ​Aktuelles Gewicht: 5500 g (gemessen am 3. März bei der U4) ​Ernährung: Voll gestillt ​Sie ist mein erstes Kind. Der Stillstart war leider sehr holprig: In der zweiten Woche hatte ich eine Mastitis und drei Wochen später einen Brustknoten, der jedoch komplikationslos abgeheilt ist. Seither habe ich keine Beschwerden mehr an der Brust. ​Aktuelles Stillverhalten: ​Dauer: Sie trinkt insgesamt nur etwa 5–8 Minuten an beiden Brüsten und lässt sich danach leicht ablenken. ​Abstände: An manchen Tagen versuche ich bewusst, die Zeitspanne zwischen den Mahlzeiten zu verlängern, damit sie nicht nur „snackt“, sondern ausgiebig trinkt. Dann trinkt sie ca. 10–15 Minuten. ​Abendritual: Um das Stillen nicht als Einschlafhilfe zu etablieren, stille ich sie im Wohnzimmer und gehe erst danach für das Abendritual ins Schlafzimmer. Obwohl sie im Wohnzimmer vermeintlich gut getrunken hat, fordert sie im Schlafzimmer erneut die Brust. Bedeutet das, dass sie nicht richtig satt wird? ​Nachtschlaf: Sie wacht nachts 3- bis 4-mal zum Stillen auf. Die erste Schlafphase dauert ca. 3,5 Stunden. Einmal habe ich testweise nach dem Stillen 20 ml abgepumpte Muttermilch per Flasche zugefüttert – daraufhin schlief sie 4,5 Stunden. Könnte der unruhige Schlaf daran liegen, dass sie tagsüber nicht genug trinkt? ​Rhythmus: Ich stille nach Bedarf. Mir wird jedoch oft zu einem festen Stillplan geraten, damit sie besser schläft. Ist das sinnvoll? Holt sie sich nachts eventuell die Kalorien nach, die sie tagsüber versäumt hat?


Biggi Welter

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Liebe Meki, so kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys (und keinesfalls ein Einschlafproblem). Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein.  Dein Baby hat gut zugenommen und wenn es mehr Milch brauchen würde, würde es einfach noch mehr trinken. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann.  Die Zeit jetzt ist wahnsinnig anstrengend, aber dein Baby verhält sich völlig normal und du machst alles richtig! Am besten besprichst du mit einer Stillberaterin in deiner Nähe, wie du vorgehen kannst. Die Kollegin kann dir dann im persönlichen Kontakt gezielte Tipps und Hinweise geben, auch zum Thema Steigerung der Milchmenge und Wachstumsschübe.  Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Liebe Grüße Biggi


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