Victoria36
Liebe Frau Welter, mein Baby ist aktuell 8 Monate alt; die ersten 6,5 Monate verlief das Stillen komplett komplikationslos und ausschließlich. Vor etwa 6 Wochen begann ein Milchstau mit beginnender Mastitis links, der sich unter Anwendung von Retterspitz zunächst rasch besserte. Im Anschluss entwickelten sich jedoch starke, nach innen ziehende Schmerzen, auch unabhängig von den Stillmahlzeiten. Das Stillen war zeitweise kaum auszuhalten. Im weiteren Verlauf traten die Schmerzen auch rechts auf, dort zusätzlich mit einer deutlichen Rhagade. Bei Verdacht auf Soor begann ich nach RS mit meiner Hebamme eine Behandlung mit InfectoSoor Mundgel beim Baby sowie lokal an der Brust. Da die Schmerzen im Verlauf sehr stark wurden, begann ich zusätzlich eine systemische Therapie mit Fluconazol (ich bin selbst Ärztin und konnte es mir holen). Vorübergehend habe ich mit Stillhütchen gestillt, worunter es zu einer langsamen Besserung kam. Nach etwa einer Woche konnte ich die Hütchen wieder weglassen. Die Fluconazol-Therapie habe ich nach insgesamt zwei Wochen beendet, obwohl ich noch nicht vollständig beschwerdefrei war. Nach etwa einer Woche Pause kam es erneut zu einer Zunahme der Schmerzen, sodass ich Fluconazol wieder begonnen habe. Aktuell nehme ich weiterhin 200 mg täglich, da die Beschwerden bisher nicht vollständig rückläufig sind. Seit nun 8 Tagen beobachte ich links eine Blutbeimengung in der Muttermilch: Nach dem Abdocken läuft rosa verfärbte Milch aus dem Mund meines Babys, und beim Abwischen der Brustwarze zeigt sich ebenfalls eine rosige Verfärbung. Mein Baby hat seitdem auch Teerstuhl. Beidseits bestehen weiterhin Schmerzen, besonders in den ersten 30 Sekunden des Stillens. Links halten die Schmerzen auch danach an und fühlen sich wund an. Seit etwa 7 Tagen erfolgt eine Laserbehandlung der Brustwarze durch meine Hebamme, obwohl aktuell keine sichtbare Rhagade besteht. Die Brust fühlt sich weich an, es bestehen keine tastbaren Verhärtungen, und ich habe kein Fieber. Ich mache mir große Sorgen wegen der anhaltenden Blutung und frage mich, was die Ursache sein könnte. Was würden Sie mir empfehlen? Für nächste Woche habe ich bereits einen Brust-Ultraschall organisiert. Vielen Dank und viele Grüße
Liebe Victoria36, ich glaube, dass das Baby evtl. nicht mehr ganz korrekt trinkt an der Brust und die Stillhütchen evtl. die Ursache sind für die Blutbeimengung sind. Das Blut in der Milch schadet dem Baby nicht, und es kann weiterhin gestillt werden. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Hat sich das Saugverhalten irgendwie verändert? Hat eine Kollegin vor Ort einmal die Saugtechnik überprüft? Wird das Baby im Moment auch behandelt? Bei einer Soorinfektion ist es unabdingbar, dass immer Mutter und Kind behandelt werden, auch wenn einer von beiden keine Symptome zeigt. Candida ist hartnäckig und kann in der Mundhöhle des Kindes sitzen, ohne dass die geringsten Symptome zu erkennen sind. Wird dann nur die Mutter behandelt, dann steckt Ihr Euch immer wieder neu an. Das gibt den berühmten Ping Pong Effekt und Ihr kommt aus diesem Kreislauf nicht mehr heraus. Ganz wichtig ist, dass lange genug behandelt wird. Es muss auch nach dem vollständigen Verschwinden der Symptome noch eine Weile weiterbehandelt werden, um einen Rückfall auszuschließen. Was sagt denn die Hebamme? Lieben Gruß Biggi
Victoria36
Nachtrag: Ich nehme schon täglich Magnesium, Lecithin und MamBiotic. Ausserdem nutze ich neben Infectosoor lokal auch Purelan und die MamKompressen im Wechsel zur Pflege der Brustwarzen.
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