Nettgirl18
Guten Abend Frau Windisch, Unsere Tochter kommt dieses Jahr in die Schule. Sie kann auf ihrem triptrap Stuhl und anderen Stühlen nie ruhig sitzen und malt, bastelt.... immer mehr auf dem Bett. Daher meine Idee ihr zusätzlich einen beweglichen sitzhocker wie den speedy oder swoppster anzubieten. Ein "wackelkissen" auf dem Stuhl hat keinen Erfolg gebracht (da hängen ihre Füße aber auch in der Luft). Gibt es ihrerseits Empfehlungen für einen Sitzhocker? Oder andere Empfehlungen? Sie kann von mir aus viel im liegen machen, aber zum Schreiben ist es vermutlich erst mal besser am Schreibtisch oder? Sind zusätzlich diese tuchschaukeln zu empfehlen zum entspannen? Zur Person: kurz nach Geburt fiel auf, dass unser Kind eine geringe Hypotonie der Rumpfmuskulatur aufwies und immer ein bisschen wie ein c zur Seite gebogen lag-sie wurde dann von mir nach vojita beturnt. Sie entwickelt sich in allem völlig zeitgerecht, wirkte nur öfter ein wenig „ungeschickter“ und sensitiver (Kleidung zwickte überall zb...) als andere Gleichaltrige, daher waren wir mit 4,5 Jahren zu 20 Einheiten sensormotorisch-perzeptiver Ergotherapie. Im Bericht steht, dass sie anfangs Auffälligkeiten in der bas. WNsverarbeitung, beim Überkreuzen der Mittellinie und bei der post. Kontrolle hatte. Dies und auch die Schwierigkeiten im Bereich der Takt. WNsverarbeitung sowie die Schwierigkeiten bei der Takt. Discrimination und die hyersensitivität im Bereich der vest. WNsverarbeitung haben sich aber zum Ende der Therapie deutlich gebessert. An der Stifthaltung arbeiten wir weiterhin (drückt und verkrampft, mit Schreibhilfe und diesen eingekerbten Buntstiften deutlich besser). Über Empfehlungen freue ich mich sehr. Vielen Dank Alexandra
Hallo, wichtig ist tatsächlich zum einen, dass die Füße nicht in der Luft baumeln beim Sitzen, da kann man z.B.auch ein Keilkissen ausprobieren, durch welches die Sitzposition im Becken so gekippt wird, dass die Füße mehr belastet/besser gespürt werden. Dadurch ist die Rückmeldung an die Körperwahrnehmung intensiver und das Sitzen wird besser "ertragen", ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich, welches Sitzsystem wie angenommen wird. Als Sitze sind dann Stühle/Hocker mit Pendel-/Kippfunktion/Swiffel-Effekt als Bewegungs- und Körperspürinformation geeignet oder auch der T-Hocker (Beine müssen links/rechts auf dem Boden sein, damit der Stuhl nicht umfällt). Auch eine Option, z.B.für die Schule mit Standardstühlen sind Gummibänder, die um die Stuhlbeine gespannt werden, auf denen man die Füße abstellen oder Füße/Beine dagegen drücken kann, dies dient dem Körper wieder als Spürinformation und zur Eigenregulation über den Druck. Falls ihr Kind beim Malen zu stark aufdrückt, kann eine Moosgummiunterlage vom Bastelbedarf unter das Blatt gelegt werden, so gibt es sofort eine Rückmeldung fürs Kind, wann es zu stark aufgedrückt hat (Loch im Blatt), um einem Verkrampfen und zu starkem Aufdrücken entgegen zu wirken. Das Malen in Bauchlage ermöglicht den Kindern mehr Auflagefläche ihres Körpers und damit auch bessere Spürinformationen und Regulation. Es kann dann nach der Schule zur Umsetzung der Hausaufgaben zusätzlich nach langem Schulsitzen als Alternative angeboten werden. Alles Gute, Kristin Windisch