Frage: Darmflora nach Kaiserschnitt

Hallo, Mein Sohn wurde per Kaiserschnitt geboren. Aufgrund einer Amnioninfektion musste ich nach der Entbindung noch 10 Tage lang Clindamycin nehmen. Mein Sohn hat zum Glück nichts von der Infektion abbekommen, so dass er keine Antibiose brauchte, aber ich habe ihn in der Zeit gestillt. Etwa einen Monat später bekam ich eine starke beidseitige Brustentzündung, also wieder Antibiose für eine Woche, wieder Clindamycin (habe eine Penicillinallergie). Ich habe auch da weiter gestillt und stille weiterhin voll, mein Sohn ist jetzt 11 Wochen alt. Nun mache ich mir Sorgen wegen seiner Darmflora. Kaiserschnittgeburt und danach zwei Mal indirekt Antibiose ist ja nicht so toll. Dazu kommt, dass sowohl mein Mann wie auch ich Allergiker sind, er ist da also auch noch vorbelastet. Er hat normalen Stuhlgang, etwa 2-3 Mal täglich, und entwickelt sich gut. Er hat ab und zu Koliken und drückt stark beim Stuhlgang, aber ich denke noch im normalen Rahmen. Halten Sie meine Sorgen für berechtigt? Kann ich irgendetwas machen um seine Darmflora zu unterstützen? Macht eventuell ein Probiotikum Sinn, wenn ja, welches? Vielen Dank!

von Frau Kolibri am 14.01.2020, 05:45



Antwort auf: Darmflora nach Kaiserschnitt

Ihre Fragen sind nachvollziehbar, Ihre Sorgen in dieser Form aber nicht. Stillen ist das beste, was sie tun können, besonders für die Darmflora (aktueller Fachbegriff: intestinale Mikrobiota). Lt. ihrer Beschreibung haben Sie ein gesundes Kind mit einer optimalen Ernährung durch Muttermilch. Diese sorgt für eine funktionierende intestinale Mikrobiota, die durch Bifidobakterien dominiert wird. Diese stellen das beste und natürlichste Probiotikum dar, das es für Säuglinge gibt. Stillen Sie also weiter, am besten voll bis zum Ende des 6. Lebensmonats, danach geben Sie Beikost hinzu und Sie können weiter stillen. Bis zum 1. Geburtstag ist das sinnvoll.

von Prof. Dr. med. Michael Radke am 14.01.2020



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