Frage im Expertenforum Erziehung an Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens:

Kind weint nicht während der Eingewöhnung in der Krippe

Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens

Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens
Diplom Sozialpädagogin

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Frage: Kind weint nicht während der Eingewöhnung in der Krippe

Wuselmama1105

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Hallo Frau Ubbens, ich bin etwas verunsichert. Seit ein paar Wochen geht mein mittlerweile 12 Monate alter Sohn nun in die Krippe. Von Anfang an war er sehr neugierig und ist mutig durch die Gruppe gekrabbelt. Mittlerweile haben wir die ersten Trennungsphasen schon hinter uns und nie, wirklich nie gab es Tränen. Er scheint sich richtig zu freuen, wenn er in die Krippe kommt. Meine Frage ist: ist das normal? Müsste er nicht irgendwie mal weinen? Haben wir eine schlechte Bindung? Man muss dazu sagen, wenn ich ihn abhole freut er sich immer mich zu sehen und kommt lachend auf mich zu gekrabbelt. Er ist im Ganzen ein sehr umgängliches Kind und war auch schon ab und an einen Mittag bei der Tante oder mit der Oma unterwegs. Er ist schon immer sehr neugierig auf seine Umwelt und mit 10 Monaten hatte ich sogar das Gefühl, dass er es fast schon "langweilig" findet nur mit Mama zusammen zu sein. Er freut sich andere Kinder zu sehen und hat auch kaum Berührungsängste bei anderen Menschen. Gefremdelt hat er auch kaum. Muss ich mir in irgendeiner Form Sorgen machen? Oder haben wir vielleicht einfach eine gute Bindung zueinander. Noch was: er kam per Kaiserschnitt zu Welt und war von Anfang an ein unkompliziertes Baby. Generell lacht er viel und ist ein wuseliger Weltentdecker. Trotzdem habe ich Angst, dass mit unserer Bindung etwas nicht stimmt. Weil er eben bei der Trennung in der Krippe überhaupt nicht weint. Danke schon mal für die Antwort. Liebe Grüße Wuselmama


Sylvia Ubbens

Sylvia Ubbens

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Liebe Wuselmama, ich kann mich den Antworten meiner Vorrednerinnen nur anschließen und kann dem nichts mehr hinzufügen. Viele Grüße Sylvia


Mitglied inaktiv

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Woher kommt denn dieser Bindungshype und Druck auf Mütter? Wird ja scheinbar immer schlimmer... Freue Dich darüber, dass die Eingewöhnung so super klappt und gut :-)


Mohrhuhn

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Hallo, mein Sohn hat sich genau so verhalten und ich sehe es nicht so, dass Sie eine schlechte Bindung zu Ihrem Kind haben, ganz im Gegenteil! Ihr Sohn weiss ganz genau, dass seine Mama ihn liebt und wieder kommt. Und hinzu kommt, dass es ihm wohl sehr gut gefällt und er deshalb auch keinen Grund zum Weinen hat. LG


Mitglied inaktiv

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Meiner hat auch nie geweint und ist super eingewöhnt. Du hast vielleicht einfach neben einer offenbar sehr guten Bindung zu ihm auch etwas Glück, weil er gerade nicht fremdelt. Ideale Bedingungen für eine Eingewöhnung. Lass dich deshalb aber bitte nicht zu einem schnelleren Tempo Drängen, damit die Stimmung nicht plötzlich kippt. LG Lilly


Ivdazo

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Hallo Wuselmama, meine Tochter ist auch letzte Woche in die Kita gekommen. Sie ist zwar etwas älter als dein Sohn, jetzt 21 Monate geworden, aber sie weint auch nicht und freut sich immer, in den Kindergarten zu gehen. Sie hat schon Freundinnen gefunden und blieb heute etwas mehr als eine Stunde dort ohne mich. Ich bin auch manchmal etwas traurig, dass sie jetzt schon so "groß und selbständig" geworden ist, aber ich bin sehr glücklich, dass es ihr gefällt und sie endlich jemanden zum Spielen hat. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, mit unserer Bindung stimme etwas nicht, weil wir uns einfach total lieb haben. Ich habe das Gefühl, bei euch ist es ähnlich. :) Genieß doch deine "freie" Zeit, und mach das Beste aus der gemeinsamen Zeit mit deinem Kleinen. Alles Gute euch beiden! Gruß, Ivdazo


Wuselmama1105

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Dankeschön für die lieben Antworten! Eigentlich hatte ich es mir schon gedacht. Aber seitdem ich Mama bin mache ich mir ab und an zuviele Gedanken... Ich sollte wieder mehr auf mein Bauchgefühl hören. LG Wuselmama


Ani123

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Kinder sind verschieden, die einen sehr anhänglich, die anderen offener für andere Personen. Dein Sohn scheint der Umwelt offen gegenüber zu stehen. Ist doch auch irgendwo schön, wenn das Kind nicht weint, wenn Mama die Krippe verlässt? Stell dir vor, er würde jedes Mal weinen wenn du gehst. Wie fändest du das? Ich bin Erzieherin und habe schon einiges miterlebt. Kinder, die 6-8 Wochen Eingewöhnung brauchten und eigentlich noch mehr, aber ab da mussten beide Elternteile wieder voll arbeiten gehen und das Kind 9 Stunden Krippe "aushalten". Ich schreibe "Aushalten" bewusst so, da für das Kind 2-3 Wochen mehr Zeit für die Eingewöhnung sicher gut gewesen wären, aber die Zeit war nun mal nicht da. Das Kind hat jeden morgen geweint, wenn das Elternteil ging. Es hat sich dann zwar beruhigt, aber ich weiß aus Elterngesprächen, dass es für beide Elternteile (je nachdem wer es brachte) sehr schwierig war. Nicht nur einmal hat die Mutter die Autofahrt zur Arbeit geweint, so ihre eigene Erzählung dazu. Das Kind war bei Eingewöhnungsstart 10 Monate alt. Richtig besser wurde es erst mit 1,5 Jahren und heute (ist inzwischen 2 Jahre) kommt sie lachend hinein und winkt ihren Eltern nach. Ein anderes Kind habe ich letztes Jahr binnen 4 Tage für 6 Stunden eingewöhnt. Nicht, weil die Mutter es so wollte, sondern weil das Kind es so forderte. Am 1.Tag war sie zwei Stunden mit Mama da, hat sich nicht für sie interessiert und Mama in der Ecke sitzen lassen. Am 2.Tag kam sie, andere Eltern haben sich von ihrem Kind verabschiedet, sie geht zu ihrer Mama, zieht sie vor die Tür und macht die Tür zu. Die Mutter geht zu der Schwester, eigentlich für dann nur 30 Minuten, doch es lief so gut, dass ich sie nach Hause geschickt habe und sie dann nach 2 Stunden wieder kam. Und selbst da schaute das Kind sie an, als wäre Mama noch zu früh und wollte nicht mit nach Hause. Am 3.Tag wurde sie gebracht und nach 3,5 Stunden wieder abgeholt und am 4. Tag blieb sie erstmals 6 Stunden, inkl. Mittagessen und Schlafen. Es war für das Kind kein Problem; für die Mutter war es sehr schnell und sie sagte auch immer "das klappt nie. Sie rufen mich bestimmt heute Mittag wein, weil sie nicht essen will oder weil sie nicht einschlafen kann". Doch es hat geklappt, weil das Kind es so wollte. Das Kind hatte mich als Bezugserzieherin und morgens war es schon wichtig, dass ich sie annahm, aber danach war sie offen für alle Erzieher aus der Gruppe. Nach 1,5 Wochen geschah während des Mittagsschlafes was Unerwartetes; ein Rauchmelder in der Kita ging an und entsprechend die Sirene in der ganzen Kita los. Da hat das Kind erstmals geweint und ich habe schnell gemerkt, dass ich es nicht gut beruhigen kann und habe dann die Mutter angerufen, die zehn Minuten später da war und das Kind beruhigt hat. Und die Mutter hat es mir gedankt, dass ich sie angerufen habe und sie hat somit auch gemerkt, dass wir das Kind nicht "aushalten" lassen, sondern in dem Moment war ihre Unterstützung nötig, um das Kind gut zu beruhigen. Einzig am Tag danach gab es einmal ein kurzes Weinen beim Verabschieden und das Schlafen legen war schwierig, aber die Tage danach war nichts mehr. Das Kind war verunsichert durch das Geschehen am Vortag. Gerade mit der Mutter habe ich während der Krippenzeit noch öfter telefoniert, weil mit ihrem Kind was war was ich nicht einschätzen konnte und sie hat mir dann telefonisch helfen können. Die Bindung zwischen Mutter Kind, sehr gut, zwischen mir und Kind, auch gut, zwischen mir und Eltern auch. Die Eltern vertrauen mir, weil sie wissen, dass ich anrufe, wenn was ist und ich kann mich auf die Eltern verlassen, dass sie mir telefonisch helfen oder auch sofort kommen wenn was sein sollte. Das ist viel wichtiger, als eine lange Eingewöhnungszeit, bei einem Kind, das selbst entschieden hat, dass sie Mama in der Krippe nicht braucht. Das Kind war beim Krippenstart 18 Monate alt. Ich würde den Erziehern in der Krippe vertrauen und man darf gerne nochmal darauf hinweisen, dass jederzeit angerufen werden kann, wenn was sein sollte. Das ist nicht Über-besorgt-sein, sondern eher sicher gehen, dass die Erzieher wissen, dass man nichts dagegen hat. Das machen viele Eltern bei mir und ich finde das sogar gut.


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