Angelface
Hallo, meine Tochter (fast 4, Einzelkind) geht seit einem Jahr begeistert in den Kindergarten, und bisher dachten wir, alles wäre in Ordnung. Doch letztens erfuhren wir von einer Erzieherin, dass unsere Tochter ständig andere Kinder haut und schubst. Angeblich grundlos. Ihre Spielkameraden würden dadurch immer weniger, und auch im Morgen - und Schlusskreis will kein Kind neben ihr sitzen. Sie sitzt dann allein etwas abseits der Gruppe und beteiligt sich in keinster Weise an Gesprächen oder Spielen.... Das hat mir so weh getan. Vor allem, weil meine Tochter nach wie vor gern in den Kindergarten geht und zuhause kein Wort darüber gesagt hat, dass irgendwas nicht stimmt. Als ich sie auf das Schlagen angesprochen hatte, sagte sie, sie hätte nichts gemacht. Lügt sie mich an? Oder wird das alles von Seiten der Erzieherin zu sehr dramatisiert? Ich muss dazu sagen, dass ich leider schon wiederholt den Eindruck hatte, dass es in der Einrichtung nicht ganz fair zugeht. Manche Kinder scheinen sich mehr erlauben zu dürfen als andere. Als meine Tochter von einem anderen Kind mal so fest in den Arm gebissen wurde, dass man es noch Tage später sehen konnte, wurde das bei Weitem nicht so aufgebauscht wie das Schlagen... Haben Sie vielleicht einen Tipp für mich, was ich tun kann? Ich möchte nicht, dass meine Tochter zur Aussenseiterin wird. Vielen Dank im Voraus. Gruss, Angelface
Es ist immer schwierig, wenn die Eltern und Erzieherinnen nicht miteinander kooperieren und kein Vertrauensverhältnis besteht, denn im Sinne des Kindes sollte eine Vertrauensbasis da sein, um das Kind adäquat zu fördern. Daran sollte man durch intensive Zusammenarbeit (Elterngespräche, Hospitationen in der Gruppe,...) arbeiten. Als Mutter würde ich erwarten, dass die Erzieherinnen mit der Situation professionell umgehen und dafür sorgen, dass dein Kind das Verhalten ablegt und positiv unterstützt, damit es nicht zum Außenseiter wird. Ich würde auch versuchen, mit meinem Kind zu Hause darüber zu sprechen, wobei ich allgemein über den Kindergartenmorgen sprechen würde, vielleicht abends im Bett, was gut war, was vielleicht nicht so gut. Manchmal erfährt man dadurch viel mehr, als direkt auf das Vergehen hinzuweisen. Wenn du aber wirklich das Gefühl hast, dein Kind wird hier ungerecht behandelt oder ihm gar etwas unterstellt, was nicht so ist, würde ich über einen Wechsel der Einrichtung nachdenken...
Bitte nicht falsch verstehen aber dein Post klingt als ob du arg beleidigt wärst und denkst, dass dein Kind da nur fair behandelt wird. Das hilft deiner Tochter schon mal am wenigsten. Hinweise zum Kind sollte man nicht als persönliche Beleidigung auffassen. Mein Sohn ist auch schon böse in die Wange gebissen worden. Ob es deshalb ein Gespräch mit den anderen Eltern gab weiß ich nicht und es geht mich auch nichts an. Wenn es mit meinem Kind Probleme gibt, geht das die anderen Eltern auch nichts an. Was ich damit sagen will ist, das nur weil du nichts davon weißt muss der Beißvorfall zB nicht ohne Konsequenzen gewesen sein. Zwischen zwei und drei kommt es häufiger mal zu Schubsen, hauen, beißen. Das ist normal und gehört zur Entwicklung dazu, wurde mir erklärt. Natürlich darf es nicht ausarten und die Erzieher müssen damit umgehen können. Wir hatten da bei meinem Sohn auch Probleme. Das hat sich stark gebessert und er hat auch wieder Anschluss zu den anderen Kindern gefunden. Aber er ist Zwei und in seinem Alter ist das halt normal und er kann die Folge, nämlich, dass die anderen nicht mehr mit ihm spielen wollen, noch nicht in Bezug zum Schubsen setzen. Mit vier sollte deine Tochter allerdings allmählich verstehen können, dass die anderen nicht mit ihr spielen, wenn sie schubst und haut. Warum haben es denn die Erzieherinnen angesprochen? Sollt ihr irgendwas machen oder war es eine reine Information? Es ist ja völlig richtig, dass sie euch informieren, wenn ihnen etwas auffällt. Das setzt ja dein Kind nicht herab, es ist eine Information. Deshalb muss man nicht beleidigt sein. Ich würde mit den Erziehern reden, was die tun wollen und dort konkret fragen, was ihr da vielleicht unterstützen könnt. Wir haben zB das Buch "Jakob sagt stopp" gekauft und mit in die Krippe gegeben, damit die anderen Kinder lernen "Stopp" zu sagen, wenn jemand haut oder schubst. Das hat der ganzen Gruppe geholfen. Das ist aber für jüngere Kinder und in der Gruppe deiner Tochter wahrscheinlich eher nicht so angesagt dann. Wie gesagt... Rede mit den Erziehern und versuch nicht beleidigt zu sein, weil dein Kind ein paar kleine Probleme gerade hat. Das macht das Kind nicht schlecht und die Erzieher nicht unfair. Wenn du so denkst, wirst du die nächsten Jahre ziemlich kämpfen. Du brauchst Vertrauen. Und wenn du das nicht hast wird es für euch alle schwer. LG Lilly
Hallo, erstmal danke für Eure Antworten. Zu Lilly möchte ich gerne noch sagen: Ich bin nicht beleidigt! Aber es ist halt nicht so schön, wenn man als Mutter das Gefühl hat, dass die Kinder nicht gleich behandelt werden und die ErzieherInnen das eigene Kind "auf dem Kieker" haben. Wie gesagt, als meine Tochter damals gebissen wurde, wurde das alles nur mit einem Schulterzucken abgetan. Eben weil es angeblich normal ist, obwohl das andere Kind auch schon fast vier Jahre alt war. Und als Mutter des "Opfers" finde ich, dass es mich durchaus etwas angeht, ob der Vorfall Konsequenzen hatte oder nicht. Soviel dazu. Was meine Tochter und das Schlagen angeht, sprach uns die Erzieherin an, weil sie meinte, es würde überhand nehmen. Sie wollte wissen, ob meine Tochter das daheim auch macht, und meinte, dass so ein Verhalten schnell abgestellt werden müsste. Gleichzeitig hat sie mir aber auch erzählt, dass meine Tochter von den anderen Kindern gerade auch viel einstecken müsste, weil die natürlich zurück hauen... Es kann doch aber nicht sein, die Kinder einfach schlaegern zu lassen nach dem Motto " so lernt sie vielleicht, wie doof es ist, gehauen zuwerden...." Das, in Verbindung mit dem abseits sitzen und ausgeschlossen sein, tut mir als Mutter unendlich weh. UND ja, es gehört bei uns schon lange zum Einschlafritual, dass sie erzählt, wie ihr Tag gewesen ist. Sie redet auch sehr viel vom Kindergarten. Aber von diesen Dingen sagt sie kein Wort. Viele Gruesse, Angelface
Und wissen letztlich nicht, wie objektiv das ist. Ich fand Lillys Beitrag ganz gut. Ohne Dir unterstellen zu wollen, dass es so ist, aber bein Lesen Deines Beitrags hatte ich ein ähnliches Gefühl. Und der Rat, den Du hier bekommst, ist doch gut. Gehe in Dich, frage Dich, ob Du voreingenommen die Situation beurteilst oder nicht. Wenn Dein Kind tatsächlich von den anderen Kindern getrietzt wird, die Erzieherin das nicht erkennt und Dein Kind deshalb haut, wäre ein Wechsel der Einrichtung angebracht. Haut sie aus anderen Gründen, wäre eine Zusammenarbeit mit der Erzieherin wichtig. Das funktioniert aber nur, wenn Du da mitmachst. Wenn Deine Tochter Zuhause überhaupt nicht schlägt, kannst Du das doch so an die Erzieherin weitergeben.
Wenn du unzufrieden mit der KiTa bist, dann zieh die Konsequenzen. Für mich klingt das, sorry immer noch beleidigt. Es ist ja nur dein Kind, das sie auf dem Kieker haben und alle anderen dürfen machen was sie wollen. Genau das zeigt, dass du dich irgendwo persönlich angegriffen und beleidigt fühlst. Ich bezweifle, dass das wirklich der Fall ist. Es ist doch völlig normal, dass sie nachfragen, ob deine Tochter daheim auch aggressiv ist. Sie müssen doch evaluieren, ob sich das Verhalten allgemein so zeigt oder nur KiGa. Und nein, andere Kinder gehen dich nichts an, egal was sie mit deiner Tochter machen. Oder willst du, dass die Erzieher mit jedem über dein Kind und seine "Probleme" reden? Dass Kinder ihre Probleme untereinander ausfechten ist deutlich effektiver. Insofern ist "wenn die haut, hau zurück" in einem gewissen Alter viel effektiver als wenn ein Erwachsener ständig schimpft. Wir hatten eine Beißerin in der Krippengruppe und als einer der Jungen irgendwann zurückgebissen hat, hat sie erst mal gemerkt, dass das scheiße ist. Seit dem beißt sie so gut wie gar nicht mehr. Und dass deine Tochter davon nichts erzählt liegt daran, dass es ihr im Gegensatz zu dir offenbar nicht wichtig ist. Ich versteh das Problem nicht. Es klingt danach, als ob die KiTa dich lediglich informiert hat, dass sie sich jetzt deutlicher bemühen werden das Verhalten bei ihr abzustellen. Das sollte doch in seinem Interesse sein. Sie haben jetzt nicht gesagt, dass sie nicht mehr weiterwüßten oder ihr irgendwelche Maßnahmen ergreifen müsstet. Du hast dich dafür entschieden dein Kind in eine Einrichtung zu geben. Dann musst du, so schwer das ist, auch den Erziehern vertrauen. Und wenn du das aus irgend einem Grund nicht kannst, dann ist das nicht die richtige KiTa für euch. Ich hab das ganz genauso gehabt mit meinem damals noch nicht mal Zweijährigen. Nur zu mir kam man mit "wir wissen nicht mehr, was wir noch tun sollen". Mir tat mein Kind genauso leid, als keiner mit ihm spielen wollte. Ich hab das aber nicht als Kritik an mir oder meinem Kind aufgefasst und gemeinsam mit den Erziehern einen Weg gefunden. Und inzwischen funktioniert die Gruppe wieder super. LG Lilly
Das ist doch eigentlich ein super Zeichen, dass deine Tochter davon gar nichts erzaehlt. Offenbar fuehlt sie sich nicht unfair behandelt oder wird dauernd wegen Hauen zurechtgewiesen etc., offenbar ist das "Problem" einfach nicht so gravierend. Die werden sicher das nicht so dulden, dass gehaut wird und danebenstehen und zuschauen. Aber verhindern kann man es nicht, es dauert einen Bruchteil einer Sekunde, wo ein Kind einem anderen eine ueberzieht und das andere schon zurueckgehaut hat. Klar muss man sie dann in ihre Schranken weisen, aber normal ist es trotzdem. Fuer kleine Kinder ist das Hauptkommunikationsmittel noch lange nicht die Sprache, sondern sehr viel Koerperkontakt. lg niki
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