Elternforum Rund um die Erziehung

Fremde Spielsachen auf dem Spielplatz

Fremde Spielsachen auf dem Spielplatz

Jette1985

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Hi ihr Lieben, Wir hatten heute eine echt schwierige Situation auf dem Spielplatz und ich würde mich freuen, eure Meinungen dazu zu hören. Unser Sohn ist 2,5 Jahre alt und ein sehr aktives und offenes Kind. Wir sind aktuell jeden Tag auf einem kleinen Spielplatz in der Nachbarschaft. Die meisten anderen Kinder dort kennen wir aus der Kita oder, weil man sich regelmäßig auf dem Spielplatz sieht. Generell fühlt unser Sohn sich auf dem Spielplatz sehr heimisch und begrüßt beispielsweise jeden, der dort drüber läuft - auch Erwachsene Passanten, die den Weg nur als Abkürzung nutzen. Heute waren wir schon eine Weile auf dem Spielplatz, als ein gleichaltriges Mädchen aus unserer Kita (sind auch mit den Eltern lose befreundet) mit ihrem Papa, ihrem 5 Jahre alten Bruder und dessen Kumpel aus dem Kindergarten vorbei kam. Der Kumpel hatte einen ganzen Bollerwagen voll mit Baustellen-Spielzeug (rund 10 große Kräne, Bagger, Kipplaster und noch kleineres Zeug) dabei. Unser Sohn bekam gleich große Augen und lief zum Bollerwagen. Wir fragten den Jungen, ob unser Sohn auch mit den Sachen Spiele  darf, und hofften auf ein Ja, da wir die anderen Kinder ja auch kannten und uns schon begrüßt hatten. Aber der Junge sagte sofort „nein“. Sein Freund und dessen Schwester dürfen mit den Sachen spielen, meinte er, aber unser Sohn nicht. Es begann großes Gerangel, in dem der ältere Junge versuchte, unsere Sohn von den Spielsachen und seinen Freunden fern zu halten, während unser Sohn sich nicht „vertreiben“ lies und immer wieder zu dem Bollerwagen kam.  Sowohl wir als auch der Vater der anderen Kinder war mit der Situation überfordert. Natürlich darf ein Kind grundsätzlich entscheiden, ob es sein Spielzeug teilt oder nicht. Aber wenn es da quasi ein riesen Baustellen-Eldorado im Sandkasten aufbaut und alle anderen Kinder auf dem Spielplatz dürfen damit spielen, nur unser Sohn nicht, ist das unserem Sohn natürlich  schwer zu vermitteln. Insbesondere, wenn er die Kinder, die mitspielen dürfen, gut kennt und dran gewöhnt ist, mit ihnen zusammen zu spielen. Wir haben versucht, ihn mit unserem eigenen Spielzeug abzulenken, ihn zu den öffentlichen Spielgeräten zu locken und ihm zu erklären, dass die Sachen dem anderen Jungen gehören, aber keine Chance. Unser Sohn ging immer wieder zurück und spielte mit einem kleinen Kipplaster, den er toll fand. Er ist halt auch daran gewöhnt, dass auf diesem Spielplatz meist das Spielzeug geteilt wird. Wir teilen unseres und die anderen Kinder teilen ihres normalerweise auch. Am Ende kam die Mutter von dem Jungen dazu und der Junge weinte bestimmt 10 Minuten in ihrem Arm. Er weinte auch noch in ihrem Arm, als unser Sohn schon längst das Interesse an seinen Sachen verloren hatte und mit seinem eigenen Zeug spielte. Wir sind dann auf einen anderen Spielplatz weitergezogen, damit der Junge sich beruhigen konnte. Wie hätte ihr euch in der Situation verhalten?  Ich schwanke irgendwie zwischen "Der Junge hat versucht, unseren Sohn auszuschließen, aber der hat das nicht mit sich machen lassen" und "Oh Gott, unser Kind hat einem anderen Kind das Spielzeug weggenommen und wir haben ihn nur halbherzig davon abgehalten". Lieben Dank für eure Antworten


Julia294

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Also der 5jährige Junge hat geweint, weil Dein Sohn mit dem Kipplaster gespielt hat? Oder welcher Junge hatte da geweint? Aber nun zu Deiner Frage. Wenn Dein Kind nun einen Wagen voller Spielzeug hätte und da wäre ein Kind gewesen, welches nicht mit dem Spielzeug spielen darf, es aber tut. Wie hättest Du das gefunden? Ich glaube, die eine Antwort auf Deine Frage gibt es nicht. Ich hätte meinen Sohn (3 Jahre) davon abgehalten, mit dem Spielzeug zu spielen, wenn er das nicht darf. Und wäre dann wahrscheinlich auch auf einen anderen Spielplatz gegangen. Eine kurze Erklärung und gut. Gut wäre natürlich gewesen, wenn alle mit dem Spielzeug hätten spielen können. 


Jette1985

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Antwort auf Beitrag von Julia294

Hi, vielen Dank für deine Antwort. Der 5-Jährige hat geweint. Zu deiner Frage: Fällt mir schwer, mir das vorzustellen, weil ich meinem Kind nicht erlauben würde, andere Kinder so vom Spiel auszuschließen. Was auf den Spielplatz mitgebracht wird, wird geteilt. Insbesonder, wenn es so viel ist, dass es für alle reicht. Wenn er etwas nicht teilen will, muss er es zu Hause lassen, wegpacken oder wir gehen wieder heim. Wahrscheinlich hast du trotzdem Recht und wir hätten gleich gehen müssen, als klar war, dass wir unseren Zwerg nicht von den fremden Sachen fernhalten können.  Ist aber irgendwie auch unschön, wenn ältere Kinder die Kleinen auf diese Weise "vertreiben" können, indem sie einfach einen Teil des Sandkastens mit Spielzeug vollballern und die Kleinen dürfen da dann nicht mehr hin und wenn sie das nicht verstehen, müssen sie gehen. Ging dem Großen glaube ich auch nicht nur um seine Spielsachen, sondern darum, dass er den Sandkasten generell nicht mit Kleineren teilen wollte. Hat sich beispielsweise auch aufgeregt, weil ein Loch, das er gestern gebuddelt hatte, am nächsten Tag nicht mehr da war, weil es wohl ein anderes Kind zugeschüttet hatte. Hatte eine sehr klare Vorstellung von seiner Baustelle im Sandkasten und da war kein Platz für die Idee, dass auch andere Kindern den Sankasten nutzen. Viele Grüße


WonderWoman

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

genau wegen der unterscheidung finde ich es wichtig dass ein nein akzeptiert wird. sandkasten=gehört allen=hast du nicht zu bestimmen. bagger=gehört dir=kannst du drüber bestimmen. von "verjagen" würde ich auch nicht sprechen. das problem war ja euer kind und nicht das andere. unter einhaltung der grenzen des anderen kindes hätte euer kind ja gerne bleiben dürfen. das ganze thema ist recht groß und auch kompliziert. aber es gehört eben alles zusammen. wenn man "mein" und "dein" nicht vestanden hat ist "teilen" auch kein verständliches konzept. denn zum aktiven teilen gehört dass man auch "nein" sagen darf. spätestens wenn man mehrere kinder hat merkt man das. wir haben 4 kinder und die lernen von anfang an dass es dinge gibt die die geschwister (zeitweise) nicht teilen wollen - und dass das okay ist. ich kann nicht zählen wie oft wir die kleinen von den sachen der großen wegzerren müssen. und natürlich gibt es da auch streit und tränen. uns war aber genau deswegen immer wichtig dass es spielzeug gibt das einem kind gehört und welches das allen gehört. irgendwann ist dem kind klar: die puppe gehört der großen schwester und nur weil sie es gestern okay fand dass ich damit spiele heißt nicht dass es heute auch okay ist. ich muss erneut fragen die die antwort akzeptieren. genauso darf ich aber entscheiden wer mit meiner kugelbahn spielt und auch da ist jede antwort okay und zu akzeptieren. euer geschwisterloses kind lernt das halt auf dem spielplatz. ihr hättet diese lerngelegenheit doch prima ergreifen können indem ihr eurem kind erklärt: wenn du den bagger nicht in ruhe lässt müssen wir leider gehen. du darfst im sandkasten, an der rutsche, wherever spielen denn das gehört allen aber der bagger gehört dem jungen und er darf darüber bestimmen. und auch für das andere kind wäre es hilfreich gewesen zu lernen dass es über den bagger bestimmen darf aber nicht über den sandkasten.


KielSprotte

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Für den anderen Jungen war euer Sohn völlig fremd - und nein heisst nein. Sonst hättet ihr gar nicht erst fragen brauchen, wenn ihr die Antwort dann nicht respektiert.


TatsächlichLiebe

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Ich hätte auch erstmal alles versucht, um freundlich zu erreichen, dass mein Kind auch eines der Spielzeuge haben darf, aber wenn das größere Kind das nicht erlaubt, dann muss das akzeptiert werden. Am Ende muss man dann wohl einfach gehen und sagen "Wenn Du die Spielsachen nicht in Ruhe lässt, müssen wir gehen". Sich am Ende das fremde Spielzeug einfach nehmen ist für beide Seiten nicht richtig und hätte meiner Meinung nach nicht die Lösung sein können. Das andere Kind hat auch das Recht, ein tolles oder viele tolle Sachen dabei zu haben. Ich denke aber, der Vater wird daraus gelernt haben, das Ganze beim nächsten Mal zu reduzieren oder seinem Kind das Teilen näherzubringen. 


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von TatsächlichLiebe

Das war ja nicht sein Sohn, sondern der Kumpel seines Sohnes! Und der wollte mit seinem Spielzeug und seinen Freunden seinen Masterplan umsetzen - ohne fremdes "Baby". Und glaube mir, in den Augen eines fünfjährigen ist ein halb so altes Kind ein Baby........


TatsächlichLiebe

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

Umso besser, dann wird sich der Vater nächstes Mal überlegen, ob er das Kind überhaupt wieder mitnimmt 😉


mamileinchen85

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Hallo! Bei uns gibt's solche Situationen im Hallenbad. Viele Kinder haben irgendwelche Becher mit, manche nichts. Wenn ein Kind mit den Spielsachen eines anderen Kindes spielen will, wird gefragt. Meistens wird es erlaubt. Manchmal nicht. In deiner Situation wäre ich mit meinem Kind gegangen, wenn es das Nein des anderen Kindes nicht akzeptiert. Das Spielzeug gehört dem anderen Jungen, ihr habt gefragt und er hat nein gesagt. Ja, meistens ist es anders oder es sagt dann ein Elternteil, dass es dem anderen Kind was geben soll. Aber wenn das nicht so ist, muss das dein Kind akzeptieren. Wenn es nicht klappt, dann die Situation verlassen. Auch Kinder müssen lernen, dass sie nicht alles haben können und dass mache Kinder ihre Spielsachen nicht teilen bzw nicht mit fremden Kindern teilen.


Lillimax

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Hallo, na ja, in so einer Situation gibt es vielleicht nicht richtig und falsch. Die Situation ist knifflig, und sie ist, wie sie ist. Der andere Junge hatte beim Einpacken seiner Spielsachen zuhause nicht auf dem Schirm, dass andere Kinder hier ein Problem werden könnten, dafür reicht die Weitsicht eines Kindes nicht aus. Und er hatte trotzdem auch ein Recht darauf, dass er selbst bestimmt, wer mit den Sachen spielen darf. Dein Sohn wiederum hatte den normalen Impuls, auch mit den Sachen spielen zu wollen, weil er noch nicht versteht, wieso das nicht geht. Die Impulskontrolle funktioniert bei so kleinen Kindern noch nicht, sie können sich hier nicht zurücknehmen, sondern ihr Verhalten "passiert" ihnen sozusagen. Fazit: Hier ist niemand schuld, aber hier hat auch niemand recht. Eine tolle Lösung gibt es da nicht. Es macht ehrlich gesagt auch nicht viel Sinn, dass du das mit deinen Erwachsenen-Maßstäben rational lösen möchtest. Man muss einfach akzeptieren, dass manche Situationen blöd sind, und es da keinen wahren und richtigen Weg gibt. Der andere Junge hat gelernt, dass er besser nicht sein halbes Kinderzimmer mitbringt, und dein Sohn hat erlebt, dass das mit Mein und Dein nicht so einfach ist. Letztlich ist das, wenn ich ehrlich sein soll, Pillefax. Achte darauf, dich als Mutter nicht zu sehr in solche Situationen hineinziehen zu lassen, man darf da auch mal gelassen bleiben oder eine pragmatische Lösung finden (wie ihr es ja letztlich auch getan habt, indem ihr den Platz gewechselt habt). Nicht alles kann und muss man für die Kinder lösen, und ja, sie dürfen auch mal Frust erleben, weil dies unvermeidlich ist. Das ist nicht schädlich, und wir Erwachsenen können auch nicht alles für sie regeln oder ihnen jede unangenehme Erfahrung ersparen. LG


Jette1985

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Antwort auf Beitrag von Lillimax

Vielen Dank für deine sehr sachliche Einordnung und vor allem auch dafür, dass du beide Perspektiven eingenommen hast. Du hast wahrscheinlich Recht, dass es in so einer Situation keine wirklich gute Lösung für alle gibt. Nächstes Mal würden wir vermutlich früher gehen, eh die Lage sich so zuspitzt. Hatten es dieses Mal hinausgezögert, weil der nächstgelegene Spielplatz gerade umgebaut wird und wir daher einen ziemlich weiten Weg bis zum übernächsten Platz hatten. Lieben Dank nochmal🌷


Caot

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Antwort auf Beitrag von Lillimax

"....na ja, in so einer Situation gibt es vielleicht nicht richtig und falsch." Doch, gibt es. Der 5-jährige sagte nein! Und das hab ich zu respektieren.  Ich würde nicht gelassen bleiben, sondern reagieren. Nämlich gehen, wenn mein Kind das nein nicht versteht. 


Caot

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Ich hätte meine Kinder konsequent davon abgehalten beim Nein des Buben mit dem Spielzeug, das trotzdem benutzen zu wollen. Hätte ich mein Kind nicht davon abgebracht, wäre ich gegangen. Ich denke, dass solltet Ihr das nächste Mal berücksichtigen. Es war ein Nein!


Jette1985

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Antwort auf Beitrag von Caot

Na prima, dann können wir die Spielplätze ja gleich für alle unter 3-Jährigen sperren, weil die den Unterschied zwischen "mein" und "dein" meist noch nicht kennen und erst lernen müssen. Wenn dann einfach andere Kinder kommen und den Sandkasten mit Zeug vollstellen dürfen, das alles nicht angefasst werden darf, dann ist doch klar, dass die kleineren Kinder das nicht umgesetzt kriegen und die Eltern sich ein Bein ausreißen müssen, um die Knirpse von den Sachen fernzuhalten. Und wenn die Kinder nicht verstehen, dass sie die Sachen nicht anfassen dürfen, werden sie umgehend des Spielplatzes verwiesen? Ist ja nicht so, als ob wir unserem Sohn nicht erklärt hätten, dass die Sachen dem anderen Jungen gehören und  er nicht teilen will. Aber unser Sohn ist eben trotzdem immer gleich wieder hin. (In der Kita wird er gerade auch von seiner Erzieherin angeleitet, mehr um Spielzeug zu kämpfen, weil er es immer zu schnell aufgegeben hat. Hat halt leider nicht verstanden, dass das Spielzeug dieses Mal kein Allgemeingut war.) Erst ganz am Schluss hat er's verstanden - oder das Interesse verloren. Wissen wir nicht. Als wir gingen, hatte unser Sohn das Spielzeug des Jungen längst aufgegeben. Wir sind nicht gegangen, damit er aufhört damit zu spiele , sondern damit der Große Abstand zu uns kriegt und sich beruhigen kann. Die kleine Schwester der beiden 5jährigen hatte übrigens erst kürzlich eine Phase, in der sie anderen Kindern immer wieder das Spielzeug weggenommen hat, sodass sie in Tränen aufgelöst waren. Dennoch hätte ich nicht von den Eltern erwartet, dass sie mit dem Kind umgehend den Spielplatz verlassen. Haben sie auch nicht. Wir Erwachsenen haben die Konflikte dann moderiert und Lösungen gefunden. War halt leider in diesem Fall nicht möglich, weil kein Elternteil greifbar war.


Caot

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

" .... und die Eltern sich ein Bein ausreißen müssen, um die Knirpse von den Sachen fernzuhalten. " Jup - das ist der Job. In dem Fall wäre es deiner gewesen.  Du erklärst das deinem Kind, es hört nicht (weil es das vielleicht noch nicht versteht), dann gehst Du. Ich finde das ganz einfach. Ohne wenn und aber.


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Was wirst du denn jetzt pampig? Du hast gefragt, aber wie üblich: kommen Antworten, die nicht genehm sind, wird gemotzt. Das ist dein Job als Mutter bzw eurer als Eltern - der konsequent und nicht halbherzig zu erledigen ist. Möchte dich mal hören, wenn es umgekehrt gewesen wäre - euer Sohn hätte nicht teilen wollen und ein anderes Kind hätte nicht locker gelassen und euer Sohn hätte geweint.......


Jette1985

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

Ich habe in der Tonalität geantwortet, in der mir die Vorrednerin geantwortet hatte. Bei anderen, die mich in wohlmeinendem Ton kritisiert haben, habe ich mich höflich bedankt und über das Gesagte nachgedacht.  Ich melde mich nun auch von diesem Thread ab. Nicht, weil mir die Kritik nicht gefällt, sondern die Art, wie diese von einigen vorgetragen wird - nicht konstruktiv, sondern als Bashing. Vielen Dank an alle, die sachlich und reflektiert waren und sich hier nicht nur selbst produzieren.


Caot

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

"Ich schwanke irgendwie zwischen "Der Junge hat versucht, unseren Sohn auszuschließen, aber der hat das nicht mit sich machen lassen" und "Oh Gott, unser Kind hat einem anderen Kind das Spielzeug weggenommen und wir haben ihn nur halbherzig davon abgehalten"." Es wird schwierig hier die Meinung von Dritten zu durchdenken, wenn schon Dir jegliches Einordnungs-Gefühl der Situationsbewertung fehlt. Bereits in deiner Einschätzung nach dem durchgehen der Sandkastensituation in Ruhe und aufschreiben hier im Forum, zeigt, dass Du eine andere Vorstellung von einem "Nein" hast.  Ein 5-jähriger ist noch nicht in der Lage ein anderes Kind bewusst auszuschließen. Die sind noch zu jung.  Ich rate Dir, Dich einfach mal zu belesen über Kinderbedürfnisse. Was sie wann können, verstehen und warum sie etwas tun, wie sie es tun. All das wird Dir helfen selber adäquat zu reagieren und Unsicherheiten zu vermeiden. Die Erziehung deines Kindes dauert nämlich noch ein paar Jahre.  Ich kann das eigentlich jeden Eltern empfehlen, denn Erziehung ist Schwerstarbeit, die selten glückt wenn man nur übernimmt was man selber genossen hat.  So kann man auch gleich die Kinder mit in die Bibliothek mitnehmen und dem lesen annähern. Man schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe.


Jette1985

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Antwort auf Beitrag von Caot

Ich danke dir, dass du deinen Erziehungsauftrag so ernst nimmst, dass du nun sogar die Erwachsenen erziehst und weit über das eigentliche Thema hinaus gehst mit deinen Ratschlägen und Belehrungen 😂  Wenn du selbst nicht merkst, dass du grob und übergriffig warst, empfehle ich dir, dir in der ach so oft von dir besuchten Bibliothek mal ein Buch über Umgangsformen auszuleihen. Melde mich gerne beim Community-Management. Die sperren mich vielleicht, aber dich hoffentlich auch.


kea2

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Dieses Thema mit den fremden Spielsachen an öffentlichen Orten habe ich immer umgangen, indem ich unseren Kindern gesagt habe, dass wir a) nichts mitbringen und dass b) ein anderes Kind nur gefragt wird, wenn das Kind mit dem Spielzeug ein Freund ist. Alles andere führt nur zu Unfrieden. Da gehen Dinge kaputt oder verloren oder das fremde Kind spielt nicht so damit, wie das andere es will usw. Darauf hatte ich keinen Bock. Teilen lernen sie im Kindergarten mit dem dort vorhandenen Spielzeug. An Eurer Stelle wäre ich gegangen, wenn mein Sohn da immer hingewollt hätte, anstelle der anderen Familie hätte ich den Kram zusammen gepackt und wäre entweder gegangen, oder mein Kind hätte den Spielplatz ohne eigenes Spielzeug genutzt. Damit wäre das Problem erledigt gewesen. Da keine Seite an einer Deeskalation interessiert war, ist es jetzt eben gelaufen, wie es gelaufen ist.


Ally79

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Ich habe mal in einem Buch einen tollen Vergleich gelesen zum Thema, dass Eltern möchten, dass ein Kind immer teilt. Darin wurde vorgeschlagen das Kind mit einem selbst zu besetzen, und das Spielzeug mit dem eigenen Handy. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Würdest du, weil eine andere (fremde) Mutter gerne dein Handy haben möchte, ihr dieses für die Zeit auf dem Spielplatz geben, damit sie darin ohne deine Kontrolle rumdaddeln kann? Würde es dich stören, wenn dich jemand zwingt es herzugeben, weil du sonst unsozial bist? Solltest du dein Handy in Zukunft lieber daheim lassen, damit es keiner haben möchte? Wie gesagt,  für mich hat das damals den Ausschlag gegeben,  dass ich nicht mehr über das Nein meines Kindes drübergegangen bin, wenn es ihm wichtig war etwas Bestimmtes nicht teilen zu wollen. Deshalb hätte ich! meinem Kind klar gemacht,  dass es sich zwar wünschen kann mit den Sachen zu spielen, aber das andere Kind ebenso den Wunsch haben darf nicht zu teilen. Das haben unsere Kinder tatsächlich im Schwerpunkt auf dem Spielplatz gelernt, weil sie da private Sachen hatten im Gegensatz zum KiGa. Wenn sie teilen wollten, haben sie das gemacht,  wenn nicht musste das akzeptiert werden. Und für sie selbst galten natürlich dieselben Regeln.  Erwarte von Kindern nicht mehr, als du selbst bereit bist zu tun (vgl. Handy).


PapaMitPlan

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Antwort auf Beitrag von Jette1985

Wirklich schwierige Situation... das kann einen schon ziemlich beschäftigen. Ich verstehe da beide Seiten, vor allem wenn man nicht wirklich nachvollziehen kann, warum der andere Junge nicht teilen wollte. Für euren Sohn ists natürlich schwer, wenn es sonst immer anders läuft und er das so gewohnt ist. Und gleichzeitig darf das andere Kind ja auch entscheiden, mit wem es seine Sachen teilt. Auch wenn es für alle anderen unverständlich wirkt. Ich find, ihr habt das im Endeffekt richtig gut gelöst, indem ihr im Endeffekt den Ort gewechselt habt und der Situation aus dem Weg gegangen seid. In dem Alter ist das oft einfach noch zu komplex, um es vor Ort wirklich aufzulösen.