Schnecki2014
Hallo liebe Community! Kennt ihr das? Ihr denkt euch, es wird ein besonders schöner Tag mit viel Qualitytime mit den Kindern und dann gibt es im Wesentlichen nur Konflikt und Streiterei, und es geht auch noch von euch selbst aus? Bei mir war es gestern so. Meine Tochter ist gestern Vormittag auf Schulskikurs gefahren. Und ich habe mir gedacht, ich mache mir dann einen besonders schönen Sonntag mit meinen beiden Buben. Ich wollte essen gehen, dann in den Trampolinpark und dann ins Kino. Zunächst wurde auswärts essen abgelehnt, sondern sie wollten zu Hause essen. Das hat also geheißen, ab zum Kochen. Sie haben zwar geholfen, aber in der Zeit die ganze Zeit versucht, einen Freund zu finden, der mit auf den Ausflug kommt. Das ist gescheitert und dann waren sie nicht mal sicher, ob sie ohne Freund überhaupt wollen. Das hat mich so unendlich frustriert, dass ich dann gemeint habe, dann gehen wir halt überhaupt nicht, dann hat ein Sohn geweint, weil ich doch nicht glauben darf, dass ein Freund wichtiger ist als ich. Dann hat sich mein Frust auf meinen Mann übertragen, der gemotzt hat, dass sich die Buben immer zu viel Nachspeise nehmen. Dann hab ich mit meinem Mann gestritten. Es war herrlich. Letztendlich waren wir im Trampolinpark und im Kino, aber gefühlsmäßig ist das alles angepatzt gewesen. Und die restliche Woche sind die Buben so mit Terminen zu, dass es wohl keine weitere Qualitytime geben wird. Kennt noch wer diesen Frust, auch wenn ein Tag dann harmonisch geendet hat? Also dieses Schattenwerfen? Ich bräuchte ein bisschen Zuspruch. LG Schnecki
Ich kenne es, dass es oft enttäuschend endet, wenn man zu hohe Erwartungen hatte, was ja bei Dir der Fall war. Du schreibst ja, du wolltest einen besonders schönen Tag mit deinen Kindern haben. Mir ist es auch schon so ergangen, dass ich mir bestimmte Ausflüge so toll ausgemalt hatte und dann war es ziemlich ernüchternd 😁 Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch denkt anders und jeder hat verschiedene Vorstellungen (du hattest es dir toll vorgestellt auswärts zu essen, deine Jungs hatten keine Lust). Am besten ist es gar keine große Erwartungshaltung zu haben sondern es einfach so zu nehmen wie es kommt.
Hmm... Es klingt etwas als würdest du den Kindern gerne mal nachgeben und dich dann hinterher darüber ärgern, dass du deine Bedürfnisse nicht vertreten hast. Wenn wir nicht kochen wollen, kochen wir nicht. Das scheint dich echt geärgert zu haben, dass das Essen gehen ausgefallen ist. Dann lass das doch nicht mit dir machen? "Ich koche jeden Tag und möchte heute eine Pause" ist doch für Kinder voll gut nachvollziehbar? Als Mittelweg bestellt man sich dann eben was. Oder Papa kocht oder es gibt Müsli/Brot. Und deine Unzufriedenheit über den Freund hat ja sogar deinen Sohn ins Unglück gestürzt. Dann lass das doch gar nicht erst zu. "Ich/wir möchte euch heute nur für mich. Einen Freund laden wir nächste Woche ein." Sowas kann ein Kind doch aushalten? Dass deine Erwartungen nicht erfüllt werden, ist normal, wenn du sie nicht klar äußerst und dafür einstehst. Dass du nicht alleine alles entscheiden kannst im Familienkontext ist auch klar. Aber das schlechte Bauchgefühl so einer Planänderung hängt einem eben nach. Insbesondere wenn sie einem übergestülpt wird statt dass man sie als echten Kompromis erlebt. Egal, ob es am Ende noch gut gelaufen ist, ist der Weg dahin halt doof gewesen. Und noch schlimmer ist es, wenn das Gefühl dazu kommt, dass die Familie unseren schönen Plan nicht gewürdigt hat. Wie unverschämt von denen eigene von unseren abweichende Bedürfnisse zu haben! ;-) Vielleicht überlegst du dir für die nächste quality time mal keinen kompletten Plan, sondern ehr, welche Bedürfnisse du dir damit erfüllen möchtest: - Willst du das Zuhause komplett hinter dir lassen? Oder reicht es den Haushalt zu ignorieren? Schaffst du diese Ignoranz auch? - möchtest du eng mit den Kindern interagieren? Oder genügt es, von der Ferne ihre Freude zu sehen? - Soll es reine Aktion werden oder auch ruhig? Oder mal nur ruhig? - möchtest du viele Leute oder weniger dabei haben? Wenn du diese Fragen für dich klar weißt, kannst du das auch besser kommunizieren und gemeinsam einen Plan schmieden, der allen passt. Und die dafür nötigen, sinnvollen Kompromisse fühlen sich am Ende besser an.
Danke. Du hast es perfekt analysiert. Ich werde versuchen, das das nächste Mal umzusetzen.
Die Analyse ist einfach... weil es mir fast jedes zweite Wochenende mit großen Plänen genauso geht. Die Umsetzung dagegen... 😅 Aber wenn man den Grund für die eigene Unzufriedenheit erstmal verstanden hat, kann man tatsächlich auch lernen in der Mitte einer Situation gegenzusteuern. Sagen wir mal, du wolltest gerne mit der Familie in den Wald, weil dein Hauptbedürfniss ausspannen ist. Nun wirst du aber überstimmt mit einer befreundeten Familie ins Schwimmbad zu gehen - du erwartest, dass es dort auch entspannend ist, weil die Kinder schon gut schwimmen und sich ja gegenseitig beschäftigen, und stimmst zu. Der Krach dort strengt dich aber doch zu sehr an und du fühlst, wie es brodelt. Dann kannst du immerhin anerkennen, dass dir die Stille fehlt und dich mal 20 Minuten in den Ruhebereich setzen, während dein Mann eure Kinder alleine im Auge behält. Oder du schwimmst ne Zeit im Sportbecken. Oder oder oder... Dieses Auskoppeln aus gemeinsamen Plänen trifft nicht unbedingt direkt auf Gegenliebe, aber mit etwas Übung lernen so alle Beteiligten, dass Kompromisse genauso wichtig sind wie für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Du übrigens auch. Denn meist überraschen uns unsere Familien und befürworten unsere Minipausen - sie mögen eine gut gelaunte Mama, die mit sich im Reinen ist, nämlich auch lieber als eine, die zähneknirschend mitzieht. Diese Idee, dass wir es allen anderen Recht machen müssen, damit es ihnen Spaß macht, ist einfach falsch. Genauso wie der Gedanke, dass wir allein für die Planung schöner Aktivitäten verantwortlich sind. Und beides ist so unfassbar schwer abzulegen. Aber schaffen kann man es! Ich drück die Daumen, dass du da schrittweise auch hinkommst. Vielleicht sogar schneller als ich, denn das unser Kind einfach keine Lust auf den Zoo hat, triggert mich jedes Mal wieder. 🫠
Ich musste gerade an ein tolles Kinderbuch (kleine wuschelige Monster, die Mompitze oder so ähnlich hießen) denken. Die wollen auch ins Schwimmbad, aber das ist geschlossen. Da überlegt die Mutter, welche Bedürfnisse alle haben und wie man das am besten erfüllen kann. Sie haben dann einen schönen Tag am Fluss. Weil es um Bedürfnisse und nicht ein spezielles Ziel geht. Das trifft es sehr gut. Ja, bei großen Familien nicht ganz einfach. Da hat wohl jeder mal nen schlechtes Wochenende und lernt aus seinen Fehlern. Passiert mir heute auch noch oft.
Sehr, sehr gut beantwortet. 👍🏼Viele Mütter kennen das, man möchte jedem etwas Gutes tun, plant viel zu viel, wird enttäuscht und kommt auch noch zu kurz. Aus der geplanten "Qualititime" wird schnell eine "Chaostime". So kenne ich das auch. Selbst Mutter zweier Söhne, und Großmutter. Ich bin jetzt Mitte 60 und meine Mutter lebt noch und wird bald 90 Jahre. Sie lebt noch alleine und kocht auch immer noch, bin jede Woche bei ihr. Sie plant heute noch für mich mit 😂 und wundert sich, dass ich etwas anderes möchte. Sie spricht nichts richtig ab, macht einfach und wundert sich, wenn sie hinterher mit ihrer Suppe alleine da steht. 😁 Das hat sie früher als junge Frau schon immer gemacht und ein Satz, den sagt sie bis heute: "Ich hab es doch nur gut gemeint!" 🫣 Ich habe vieles davon nicht gewollt. Hab es bei meinen Kindern dann anders gemacht. Aber jeder kennt das. Ich denke auch an mich, denn meine Nerven sind auch wichtig.
Hallo, na ja, du hast halt den normalen Gap zwischen Idee und Wirklichkeit erlebt. Was du schilderst, ist ja der völlig normale Wahnsinn mit Kindern und auch nicht wirklich schlimm. Die Enttäuschung kam ja daher, dass deine Erwartung, also das schöne innere Bild, das du entworfen hattest, sich in der Wirklichkeit nicht realisieren ließ. Aber so ist das mit Erwartungen – sie treffen halt nur manchmal ein, sehr oft aber auch nicht. Macht eigentlich auch nix, wenn man mal ganz ehrlich ist. Ich würde nicht damit hadern. Mit drei Kindern und Mann sind es fünf Personen, deren Erwartungen übereinstimmen müssten, damit sie sich erfüllen. Die Erwartung einer einzigen Person lässt sich aber nur schwer mit allen fünf Personen verwirklichen, weil diese ja wiederum eigene Erwartungen und Ideen haben. Und Streit funkt auch gern mal rein, auch das ist normal. Lass dich trotzdem nicht beirren, es ist richtig, für das Wochenende Aktivitäten zu planen. Ich würde das sogar noch öfter machen, denn dann wird es eher zu etwas Selbstverständlichem, als wenn man nur selten so etwas vorhat. Und je öfter man etwas Gemeinsames plant, desto größer die Chance, dass es auch gut wird. Und umso weniger schlimm ist es, wenn es einzelne Male doch mal schiefläuft. Lass dich also nicht entmutigen, sondern im Gegenteil, gell. Es ist prima, schöne Ideen fürs Wochenende zu haben. Und je öfter du so etwas anregst und auch durchsetzt, desto mehr schöne Erfolgserlebnisse wird es auch eben. Bleib aber auch gelassen, wenn's mal schiefgeht, so ist das halt mit Kindern. Streite nicht, wenn die Kinder Planänderungen oder -ergänzungen haben, klar haben sie die, sie sind ja eigenständige Persönlichkeiten. Ich finde, man darf hier durchaus nachgeben, wieso auch nicht. LG
Ich danke euch für eure Rückmeldungen. Es tut so gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.
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