Elternforum Alleinerziehend, na und?

Sohn will nicht mit in den Urlaub, weil die Neue mitfährt

Alleinerziehend, na und?
Sohn will nicht mit in den Urlaub, weil die Neue mitfährt

9-7

Hallo zusammen, würde gerne eure Einschätzung lesen, da mich das doch sehr belastet: kurzer Sachverhalt: Wir leben seit knapp einem Jahr getrennt. Nach 15 Jahren Ehe, hat ER sich frisch verliebt. Die Neue hat eine Tochter, 12 Jahre alt. Aus unserer Ehe stammen zwei Söhne, 7 und 11. Der 11Jährige hat unter der Trennung sehr gelitten; hatte eine enge Bindung zum Vater. Beide Söhne wohnen bei mir, sind aber alle 14 Tage zum Wochenende bei ihrem Vater. Das erste Mal seit der Trennung will der Vater nun mit den Kindern in den Sommerferien verreisen (1 Woche Mallorca). Das hat er den Kindern schon mehrfach an den Wochenenden erzählt; Kinder haben sich gefreut. Nun rief er gestern den 11-Jährigenan und sagte, dass auch die Freundin mit Tochter in den Urlaub mitkommen. Mein Sohn hat geweint und gesagt, dass er das nicht möchte. Er mag die neue Frau nicht und er dachte, dass sein Vater nur mit ihm und seinem Bruder verreist. Nun hat der Vater ihm ein Ultimatum bis Freitag gesetzt. Sohn kann sich entscheiden. Wenn er nicht mit möchte, kommt er für eine Woche zu Oma und Opa. Ich finde das echt hart. Kann aber alle Positionen gut verstehen. Mein Sohn hat mich um Rat gefragt. Aber wozu soll ich ihm raten. Ich hab ihm noch Alternativen aufgezeigt: 1) er bleibt eine Woche bei mir 2) er geht zu meinen Eltern, bei denen er sehr gerne ist. Ich will ihn weder zwingen mitzufahren, noch kann ich ihm davon abraten. Was meint ihr?


Bookworm

Antwort auf Beitrag von 9-7

Und der 7jährige will/würde dann ohne seinen Bruder noch mitfahren? Stell ich mir schwierig vor. Ich finde den Vater auch ziemlich unmöglich, dass gleich bei der 1. Urlaubsreise mit den Kindern die Neue mitsoll. Ich hätte da weniger Verständnis für den Vater als Du, wenn das Kind so darunter leidet. In jedem Fall würde ich den 11-jährigen weder nach Mallorca noch zu den ungeliebten Vater-Großeltern zwingen.


sterntaler82

Antwort auf Beitrag von 9-7

Ich würde meinem Kind den Rücken stärken und dem Vater auf die Aussage das er dann zu den Großeltern muss einen Vogel zeigen. Mein Kind muss nix, wenn die neue und die Tochter so wichtig sind das er nicht mal ne Woche ohne sie aushält muss er halt auf seinen sohn verzichten


Aprilscherz2000

Antwort auf Beitrag von 9-7

Ich nehme mal an, das ihr gemeinsames Sorgerecht habt. Was hat der Vater den zu Dir gesagt?Alleine mit den Jungs oder hat er von Anfang an von Freundin samt Tochter gesprochen? Egal wie lange die Trennung her ist, würde ich mein Sohn dann eher bei mir lassen, als bei den Großerltern. Was will den der Kleinerer? Ich denke der hat sich bestimmt auch auf Papa gefreut - da muß der Papa eben anders planen! LG Chrissie


cube

Antwort auf Beitrag von 9-7

Mh, schwierig. Auch wenn so eine Trennung schlimm ist und die Tatsache, dass sie wegen einer anderen Frau erfolgt, doppelt hart/verletzend - der Vater hat doch auch ein Recht, sein Leben weiter zu führen. Soll er sie und ihr Kind ausschließen? Egal wie er sich entscheiden würde - er gibt einer Partei das Gefühl, sich "gegen sie zu entscheiden". Selbstverständlich versteh ich aber auch das Leid des Kindes und zwingen zu irgendetwas würde ich mein Kind auf keinen Fall! Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, dass er nochmal zumindest einen Kurzurlaub nur mit den beiden Jungs macht?


Leewja

Antwort auf Beitrag von cube

es ist der erste Urlaub mit den Kindern nach der Trennung, obwohl vorher ein enges Verhältnis da war und der ältere sohn leidet. Das wird ja wohl wichtiger sein, als jede neue und jedes fremdkind???


Jessi757

Antwort auf Beitrag von Leewja

Die Realität sieht leider oft so aus, dass die Neue wichtiger als alles andere ist. Selbst die Kinder der neuen Flamme sind wichtiger als die eigenen. Ist hier auch so..


LaLeMe

Antwort auf Beitrag von 9-7

die neue partnerin und da verbringt man den urlaub auch gemeinsam.


Mone76

Antwort auf Beitrag von 9-7

Ich finde man kann dem Vater nicht vorschreiben mit wem er zu verreisen hat. Bzw dass er nur mit den eigenen KIndern verreisen darf. Wenn Sohn das nicht möchte und keine schwerwiegenden Gründe dafür vorliegen (neue Partnerin verhält sich nicht ordentlich zum Kind....o.ä.) dann sit das doch bisschen Pech für dein Sohn. D>er ist fast in der Pupertät und da muss man ordentlich argumentieren warum man das nicht nicht möchte und nicht einfach nur weil er das nicht will. Meine Meinung LG


Mitglied inaktiv

Antwort auf Beitrag von 9-7

Dein Sohn hat jetzt vier Möglichkeiten. Ich würde ihm sagen dass jede dieser Möglichkeit völlig in Ordnung ist und er frei entscheiden soll was er möchte. Ich persönlich finde es heftig vom Vater seine Söhne so vor vollendete Tatsachen zu stellen und ihm der Urlaub mit der Neuen wichtiger zu sein scheint als die Zeit mit seinem Sohn. Sagt ja auch was aus. Jeckyll


Pamo

Antwort auf Beitrag von 9-7

Schade, dass der Vater nicht in erster Linie mit seinen Söhnen verreisen mag, sondern diese nur mitnimmt auf seine Reise mit der Neuen. Ich vermute, dass dies der Schmerzpunkt des Kindes ist. Ich würde das Kind nicht zwingen mitzufahren.


Möhrchen

Antwort auf Beitrag von 9-7

...1 Woche bei Oma und Opa klingt ja hier eher nach einer Strafe... Ich würde es ihm mit den 4 Optionen komplett freistellen und ihm erklären. Urlaub ist leider in den letzten Jahren hier auch immer heikler geworden - nach dem letzten Urlaub mit der aktuellen Freundin will meine Tochter gar nicht mehr zum Vater - von Urlauben ganz zu schweigen. Sie hat immer die freie Wahl und wenn sie nicht möchte (was ich total gut nachvollziehen kann), dann muss sie natürlich nicht mit; umgekehrt hätte ich mir zwar vom Vater erhofft, dass er seine Versprechen (ähnlich wie bei euch, allerdings konkret so vom Vater an die Tochter kommuniziert...er will ein paar Tage alleine mit seiner Tochter wegfahren...leider gefiel die Idee der Freundin nicht und so war das plötzlich kein Thema mehr...der Vater ist dann alleine mit der Freundin während der Schulzeit verreist) hält, zwingen kann ich ihn natürlich nicht - Vermittlungsversuche gab es mehr als genug von verschiedenen Seiten. Es ist seine Entscheidung, wie er Vater sein möchte...meine Tochter kann ich nur auffangen, wenn sie für sich realisiert, wie der Papa ist.


Strudelteigteilchen

Antwort auf Beitrag von 9-7

Vielleicht dachte der KV, daß so ein Urlaub eine gute Gelegenheit ist, Next und Kinder ungezwungen einander näher zu bringen. Und diese Idee finde ich grundsätzlich nicht komplett verkehrt. Und mit diesem Argument - "Es ist nur eine Woche! Nutze die Gelegenheit, die Frau und die Tochter näher kennenzulernen." - würde ich auch versuchen, den Sohn zu "locken". Dazu würde auch ich mal fragen, was das für den kleinen Bruder bedeutet. Hier wäre es definitiv so, daß KindKlein niemals ohne KindGroß zum Papa fahren würde. Drängeln oder gar zwingen würde ich ihn nicht. Aber wenn der Sohn nicht mitfährt, hat er ja auch nix gekonnt - er hatte dann immer noch keinen Papa-Urlaub. Allerdings würde ich den KV darauf hinweisen, daß die Söhne auch den berechtigten Wunsch nach exklusiver Papa-Zeit haben und es dem Verhältnis zur Next auf Dauer guttut, wenn ihnen dieser Wunsch erfüllt wird. Und ich würde die Söhne ermuntern, diesen Wunsch beim KV (und auch bei der Next) wiederholt zu platzieren.


Susanne.75

Antwort auf Beitrag von 9-7

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie unsensibel Eltern (-teile) sein können. Die Kinder haben schon keine Wahl, als die Trennung irgendwie zu verkraften. Und dann zeigt Papa auch noch so deutlich, dass seine Neue ihm wichtiger als seine Kinder ist. Es sind Kinder und mit 11 Jahren darf er sich einfach wünschen, dass Papa ihm und seinem Bruder einfach mal eine Woche ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Armer Kerl, so eine Enttäuschung macht einfach traurig. Stärke deinem Sohn den Rücken. Er soll ganz nach seinen Gefühlen entscheiden dürfen.


Lou_84

Antwort auf Beitrag von 9-7

"Ich will ihn weder zwingen mitzufahren, noch kann ich ihm davon abraten." --> Ich denke, es wird deinem Sohn gut tun, wenn er die Chance bekommt, seinen eigenen Standpunkt in der ganzen Sache zu bilden zu festigen. Dennoch hilft es ihm sicher, wenn du mit ihm über seine Gefühle sprichst, ein offenes Ohr für seine Sorgen hast. Letztendlich wird er das Gefühl, zurückgestellt zu werden, mit sich und seinem Vater klären müssen. Aber vielleicht kannst auch du mit dem Vater darüber sprechen? Wahrscheinlich merkt der gar nicht, was er da gerade mit seinem Sohn macht. Auch als Next staune ich übrigens immer wieder, wie betriebsblind Eltern in Trennungssituationen manchmal für das Wohl ihrer Kinder werden. Schade, dass dein Ex die Kinder offenbar nicht gefragt hat, was SIE sich wünschen und brauchen. Mein Partner hat die letzten Jahre immer zweimal Urlaub gemacht, einen mit seiner Tochter und einen mit mir. Wenn man clever bucht, ist das auch nicht viel teurer. Für uns war die Lösung prima, so bekam sie die 8000 Tonnen Aufmerksamkeit, die sie braucht und ich meinen romantischen Urlaub zu zweit. Dieses Jahr fahren wir zusammen (inklusive der neuen Halbschwester), auf Wunsch meiner Stieftochter. Urlaub ist das für mich nicht wirklich, ich persönlich verstehe nicht, dass die Neue deines Mannes das aus freien Stücken macht ;) Aber steckt man ja auch nicht drin...


nils

Antwort auf Beitrag von 9-7

Hallo! Auf die Gefahr hin, dass mich vielleicht viele hier wegen meiner Meinung runtermachen: Ich denke du musst als Mutter deinen Kindern sagen, dass sicher der Papa nun für eine andere Frau entschieden hat und mit der nun auch eine Familie hat. Und dass das nicht bedeutet, dass er die eigenen Kinder nun weniger lieb hat, aber dass er halt mit seiner Freundin gemeinsam verreisen will (das ist in einer Familie eben so). Und zu dieser neuen Familie gehört eben jetzt die Freundin, ihre Tochter und seine eigenen Kinder. Klar, eine Trennung tut weh. Und oft reagiert man als Mutter dann auch instinktiv verkehrt indem man die Neue schlecht redet oder man der Neuen die Schuld an der Trennung gibt. Und das führt meist dazu, dass die Kinder die Neue dann nicht mögen. Letztendlich ist es aber besser, wenn sie sich gut verstehen. Bei meinen beiden Großen war die Neue immer mit dabei, wenn sie etwas mit Papa unternommen haben. Hab mich zwar auch geärgert, da mein Ex nun nicht mehr mit ihnen Schi fahren geht, weil die Neue nicht Schi fährt, aber das ist eben mal so und ich kann es nicht ändern. Umgekehrt war mein Freund auch gleich beim ersten Urlaub mit meinen Kindern mit dabei. Würde den Kindern die Entscheidung insofern erleichtern, dass ich sie darin bestärken würde, dass sie die Next besser kennenlernen und sie ev. ganz nett ist.


desireekk

Antwort auf Beitrag von 9-7

Ich sehe die Situation absolut und verstehe auch wie Dein Sohn fühlt, aber: ich würde ihn dringend ermuntern den Urlaub zu versuchen. ICH finde NICHT dass ein 11-jähriges Kind ganz alleine entscheidenkannwie es seine Zeit verbringt. Ich finde nicht dass man einem Kind das Signal geben soll dass alles nach seiner Nase tanzt. Das bedeutet nicht, dass man ein Kind zu allem zwingen soll was man sich selbst vorstellt und es in einem totalen Korsett gefangen sein soll, aber: Ich finde man kann der neuen Situation eine Chance geben. Warum genau mag er die Neue nicht? Weil es ihm eben zeigt dass die heile Familie nicht mehr besteht? Oder weil die neue in irgendeiner Form "gemein" zu den Kindern ist? Wenn ersteres: - ich würde ihn stark ermuntern mitzufahren, sich der neuen Situation zu stellen und sich nicht wegzuducken. - dazu würdeich mit dem Vater nochmal ein Gespräch führen, ohm die Gefühlslage des Kindes nochmals übersetzen und ihn für das Kind bitten im Urlaub ein verstärktes Augenmerk auf die eigenen Kinder zu haben, auch mal mit ihnen alleine zum Strand gehen etc. Es ist nur eine Woche, nicht die ganzen Sommerferien! Dazu würde ich den Vater fragen ob er nicht die Chance sieht dass er nochmal mit den Kids eine Woche oder ein langes Wochenende alleine was macht, und wenn es "nur" Zelten o. ä. ist weil sein Großer anscheinend mehr Papa-Zeit braucht. Und alle 14 Tage finde ich sowieso zu wenig. Lässt sich da nicht etwas mehr Papazeit in den Alltag einbauen? Und generell bin ich bei nils :-) Gruss D wen zweiteres: dann würde ich ein moderiertes Gespräch beim Jugendamt anberaumen :-)


Lou_84

Antwort auf Beitrag von desireekk

Auf lange Sicht bin ich auch bei dir und nils... Aber die Eltern sind gerade ein Jahr getrennt. Es ist der erste Urlaub mit dem Papa, und zwar nachdem er die Kinder nach meiner Rechnung über das ganze Jahr ca. 52 Tage gesehen hat. Es sind ja nicht nur die Erwachsenen, die Zeit brauchen um die Trennung zu verarbeiten. Der Junge ist in der Vorpubertät, da macht's der Zeitpunkt der Trennung auch nicht leichter. Klar, alles noch kein Hindernis, um gemeinsam Urlaub zu machen. Aber dann so mit der Brechstange zu kommen (Juhu, Urlaub - äh, übrigens kommt die Neue mit - na, dann MUSST du halt zu den Großeltern) finde ich schon sehr ungeschickt. Er hätte die Kinder ja einfach mal fragen können, soll helfen. Das bedeutet nicht, dass alle nach der Nase vom Kind tanzen, das sehe ich eher als vernunftbegabte Kommunikation (in der dann eben auch nicht alle nach der Nase vom Papa tanzen!). Dies böte nebenbei vielleicht eine gute Basis dafür, dass im Kopf des Sohnes die Neue nicht ewig die vorgeschobene Buh-Frau für das Scheitern der eigenen Eltern bleibt. Aber das lässt sich in einem 14-Tage-Rhythmus sicher nicht sehr einfach bewerkstelligen.


Mutti69

Antwort auf Beitrag von 9-7

Dein Sohn fragt dich um Rat. ICH würde ihm erklären, dass das Mitreisen der neuen Freundin nichts an den Gefühlen für den Sohn ändert. Er wird so oder so geliebt. Auch würde ich ihm erklären, man muss nicht jeden sofort mögen, aber man kann lernen miteinander auszukommen und der Urlaub ist eine gute Gelegenheit dazu. Vom KV finde ich es doof, den Jungen so vor den Kopf zu kloppen...aber auch ein Erwachsener darf ein eigenes (Liebes-)Leben leben und ist trotzdem ist gutes Elternteil. Wenn das Kind trotz gutem Zureden nicht will, dann würde ich ihm auch freie Wahl lassen, wohin er statt dessen möchte. Was ist an den Schwiegerleuten so schlecht? Sind doch auch Oma-Opa.