Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Belüftungsstörung

Frage: Belüftungsstörung

Emma44

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Sehr geehrter Herr Dr. med. Busse, mein Kind ist 6 Jahre alt und wir waren letztens beim HNO Arzt. Mein Kind kann seit langer Zeit schlecht durch die Nase atmen und atmet meist durch den Mund. In der Praxis hat der HNO-Arzt eine Belüftungsstörung und einen beidseitigen Paukenerguss festgestellt. Ob die Belüftungsstörung und das nicht gut durch die Nase atmen können durch eine Allergie verursacht wird oder durch vergrößerte Polypen etc konnte der Arzt noch nicht sagen. Tränende/juckende Augen oder eine laufende Nase hat mein Kind nicht. Der HNO-Arzt hat meinem Kind das kortisonhaltige Nasenspray MomeAllerg Nasenspray 18g Suspension verschrieben und gesagt, dass wir einen Termin für einen Allergietest (Pricktest) in seiner Praxis machen sollen.  Meine Fragen sind folgende 1. auf der Packungsbeilage des Nasensprays steht drauf, dass dieses Nasenspray für Erwachsene geeignet ist, Kinder werden nicht erwähnt. Kann ein 6 jähriges Kind dieses trotzdem nutzen? 2. Darf das Nasenspray auch während einer Erkältung oder einem grippalen Infekt benutzt werden oder kann das Immunsystem die Viren oder Bakterien dann nicht mehr so gut bekämpfen? 3. Wie lange sollte ein Kind das Nasenspray generell nehmen? Der HNO Arzt meinte glaube ich, dass wir es 6 Wochen lang täglich mit jeweils einem Sprühstoß in jedes Nasenloch geben sollen und in 6 Wochen sollte dann der Allergietest gemacht werden. Allerdings ist der Allergietest nun doch etwas später, da es keinen früheren freien Termin gab. Würden Sie auch eine Einnahmedauer von 6 Wochen empfehlen? 4. Auf welche Nebenwirkungen muss man besonders bei dem Nasenspray achten? Im Beipackzettel steht, dass es häufiger zu Infekten kommen kann oder auch zu Schwellungen von Gesicht, Zunge und Rachen. Es kann zu Problemen beim schlucken oder atmen kommen. Auch kann der Augeninnendruck ansteigen und es kann grauer Star mit einer Beeinträchtigung des Sehvermögens auftreten. Da wir zuvor nie kortisonhaltiges Nasenspray genutzt haben, machen uns diese Nebenwirkungen Sorgen. Sollte das Spray tief eingeatmet werden, wenn es in die Nase gegeben wird? 5. Wir hatten vor dem Termin beim HNO-Arzt das Thema bezüglich der Mundatmung und des schnarchens bei unserem Kinderarzt angesprochen und unser Kinderarzt hatte gesagt, dass wir erstmal Nasenspray mit einer Kochsalzlösung oder Meersalznasenspray nutzen sollen. Und erst wenn dies keine Verbesserung ergeben sollte, sollten wir wiederkommen und einen Allergietest machen, bei dem Blut abgenommen wird. Welche Maßnahme bevorzugen Sie? Direkt die Gabe von kortisonhaltigem Nasenspray und einen Pricktest oder Nasenspray mit einer Kochsalzlösung und einem Allergietest mit Blutabnahme?  6. Mein Kind findet Nasensprays generell ganz schrecklich, es ist sehr schwierig, diese zu verabreichen und es toleriert diese eigentlich nur, wenn wir das Nasenspray in eine kleine Glasflasche mit Pipette umfüllen und ihm daraus das Nasenspray in die Nase tropfen. Bei Nasensprays mit einer Kochsalzlösung funktioniert das eigentlich ganz gut, darf man das theoretisch auch so mit dem oben genannten kortisonhaltigen Nasenspray machen oder muss das Spray zwingend gesprüht werden und darf nicht in die Nase getropft werden?  Falls es eingetropft werden dürfte, wäre ein Tropfen pro Nasenloch ausreichend und in etwa so viel, wie ein Sprühstoß? Ich danke Ihnen sehr für Ihre Hilfe. Mit freundlichen Grüßen


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe E., ich kann Ihnen nur empfehlen, dem Rat des Kollegen vor Ort zu folgen und für mindestens 4 Wochen das Mometason-Nasenspray anzuwenden. Das ist die bewährte Standardtherapie bei Schwellungen im HNO-Bereich, die zu behinderetr Nasenatmung und zu einer Belüftungsstörung des Mittelohrs führen mit der Folge einer Hörminderung. Es gibt keinen Anlass, sich bei dieser kurzzeitigen Behandlung mit "Nebenwirkungen" zu beschäftigen oder gar Angst davor zu haben. Die Behandlung wird bestens vertragen. Das Spray muss aber bitte direkt angewandt werden, und mit ein wenig liebevoller Überredung wird Ihr Sohn das sicher tolerieren. Ob überhaupt der Verdacht auf eine Allergie in Frage kommt, kann am besten Ihr Kinderarzt beurteilen, der Ihren Sohn und seine Vorgeschichte ja lange kennt. Wenn, dann kann der Allergietest auch jederzeit durchgeführt werden, um Klarheit zu gewinnen. Alles Gute!


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