k_ristina
Guten Tag Frau Henkes! Mit meinem Sohn (5J 7M) ist es zur Zeit sehr schwierig und anstrengend, ich weiß nicht wieso er sich so verhält und wie ich darauf reagieren soll bzw. was ich sagen soll. Früher war er ein fröhlicher, wissbegieriger und sehr aktiver Junge, welcher gehorcht hat und wir waren ein super Team, es gab keine Diskussionen. Seit einem halben Jahr oder vielleicht auch schon ein bisschen länger, ist es nur noch anstrengend mit ihm. Wenn er vom Kindergarten nach Hause kommt oder generell, wenn er zu Hause ist, dann ist ihm langweilig und er ist lustlos - er will nichts machen und jammert nur. Es fängt eigentlich in der Früh schon an, dass er sich nicht umziehen will, zu Hause will er nichts spielen, zeichnen, raus gehen - einfach gar nichts machen, nichts interessiert ihn. Wenn ich einen Vorschlag mache, dann wird dieser abgelehnt, falls wir doch ein Spiel gemeinsam spielen, dann muss immer nach seinen Regeln gespielt werden und verlieren will er auch nicht, sonst wird er wütend und spielt nicht weiter. Große Sorgen mache ich mir über seine Arbeitshaltung und Lernbereitschaft. Er lässt sich nichts zeigen und erklären, wenn er etwas nicht kann oder nicht schafft. Sobald er merkt, dass er etwas nicht kann/schafft, dann sagt er, dass er das nicht kann, alles blöd ist, er wird wütend und macht nicht weiter (zB. zeichnen), aber er bemüht sich auch nicht es zu schaffen, er geht dann einfach weg. Wenn ich mit ihm darüber reden oder trösten will, weil er wütend ist oder einfach nur so, dann blockiert er total, schreit mich an und will mir nicht zuhören. Er probiert auch nichts Neues aus, da er sagt, dass er das nicht kann oder er das nicht mag. Wenn ich ihm sage, dass er zB. einen Apfel zeichnen soll, dann kommt gleich, dass er das nicht kann, nicht weiß wie es geht und er versucht es nicht einmal. Etwas schneiden macht ihm auch keinen Spaß, denn er behauptet, dass ihm das zu anstrengend ist. Tagsüber jammert er nur, dass ihm langweilig ist und greift dann meistens zu seiner Toniebox oder Tiptoi Bücher und zieht sich zurück. Im Herbst kommt er in die Schule und ich versuche mit ihm zu Hause einfache grafomotorische Übungen zu machen, indem er etwas nachspuren, schneiden oder Schwungübungen machen soll, aber auch hier besteht kein Interesse, will es nicht machen, probiert es teilweise gar nicht und falls er doch etwas macht, dann sieht es so aus, als ob es ein Kleinkind gemacht hätte. Ich glaube nicht, dass es ihn in einem halben Jahr mehr interessieren wird, ich mache mir nur Sorgen, wie er es in der Schule oder dann zu Hause als Hausaufgabe machen wird, wenn er sich nicht bemüht. Er muss ja nicht wunderschön zeichnen und schneiden, aber ich finde, er soll Sachen probieren, auch wenn er gerade keine Lust hat bzw. von ihm verlangt wird und natürlich nicht gleich verzweifeln und aufgeben. Wenn er etwas nicht darf oder nicht bekommt, dann wird er sofort wütend und schreit und wor sind so doof und gemein. Wäre es von Vorteil mit ihm vielleicht zur Ergotherapie zu gehen um solche motorischen Übungen zu machen und auch zu lernen, etwas zu machen wozu er keine Lust hat und seine Frustration unter Kontrolle zu haben oder muss er sich einfach noch entwickeln? Vielen Dank. Wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Kristina
Guten Tag, die häufige Unzufriedenheit, die Sie bei Ihrem Sohn beobachten, könnte damit zusammenhängen, dass sein Selbstwertgefühl noch nicht ausreichend entwickelt ist. Das ist in dem Alter ganz normal, aber die Kinder spüren dies erstmals deutlich. Fünfjährige entwickeln oft Größenphantasien und wollen - auch gegenüber den Eltern - Dominanz ausüben. Wenn zwischen dem Selbstwertgefühl und dem phantasierten Größenselbst eine zu große Lücke entsteht, werden Kinder unzufrieden mit sich selbst. Das ist für Fünfjährige ein schwer auszuhaltendes Gefühl. Sie können sich beschämt fühlen. Daher versuchen sie, anderen die Verantwortung für ihre Unzufriedenheit und Langeweile geben. Sie machen Ihrem Sohn dann nicht die richtigen Vorschläge und verursachen seine Verstimmung. Sie können versuchen, Ihren Sohn zu trösten, weil es ihm so schwerfällt, eine geeignete Beschäftigung zu finden. Unterstützen Sie Ihren Sohn darin, selber herauszufinden, was er gerne machen möchte. Vielleicht mag er lieber sportliche Betätigungen als Basteln. Das Selbstwertgefühl entwickelt sich durch die Selbstwahrnehmung der Kinder bei Beschäftigungen, die sie gerne machen. Fünfjährige lassen sich leichter motivieren, wenn es um Aktivitäten geht, die sie sich zutrauen. Vielleicht gibt es ja eine richtige "Männerarbeit", bei der Sohn dem Vater helfen muss, weil der das alleine nicht schafft. Dabei lässt sich die Motorik oft sehr gut wie nebenbei trainieren. Viele Kinder reagieren abwehrend, wenn Eltern versuchen, sie auf die Schule vorzubereiten. Sie wissen, dass das Zuhause nicht die Schule ist und wollen dort nicht "Schule spielen". Zuhause sollten Kinder das spielen, was ihnen gefällt. Es sollte weder Erwartungs- noch Leistungsdruck geben. Ihre Sorge ist nachvollziehbar aber unbegründet. Vermutlich wird Ihr Sohn sich als Schulkind den gestellten Aufgaben mit der gleichen Motivation widmen wie alle Kinder. Erstklässler suchen in der Regel das Lob von Lehrern und wollen mit den anderen Kindern mithalten. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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