Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Beziehungsbindung, laut werden

Frage: Beziehungsbindung, laut werden

Maikäfer25

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Liebe Frau Henkes, Ich habe einiges gelesen zum Thema Erziehung und Eltern-Kind-Bindung. Gerade zum Thema verbale Gewalt. Es wird oft vom anschreien gesprochen, oft redet man dann auch vom nieder machen. Differenziert man zwischen lauter werden und anschreien? Das lauter werden auch total grausam ist und sich nicht gehört, steht dabei außer Frage. Mir ist es nur leider schon 2-3x passiert, dass ich leider lauter geworden bin. Damit meine ich aber "Es ist Schluss damit, wir hauen nicht" "nicht weglaufen". Danach habe ich mich direkt entschuldigt und ihr es versucht zu erklären. Sie ist 2 Jahre und 10 Monate. Hat man damit der Beziehung geschadet oder gar ihr als Kind? Was kann ich tun, um die Beziehung zu stärken und sie zu fördern? Sie kommt gerne zu mir, hat aktuell eine starke Papa Phase. Fragt aber nach mir sobald ich weg bin. Sie freut sich wenn ich komme, außer sie ist bei ihrem Opa oder der Oma(da möchte sie am liebsten nie weg). Sie fordert nähe wie kuscheln oder Hilfe von mir auch ein. Manchmal ist sie etwas sauer, weil ich ihr nicht sofort gerecht werden kann da ich mit ihrem kleinen Bruder zugange bin. Wenn sie Angst hat kommt sie zu mir. Sie hat aber auch total starke Wutausbrüche bei mir, sie lässt sich zwar beruhigen aber bei den anderen hat sie diese nicht so stark. Ich habe schon ein Angebot in Anspruch genommen, wo man lern im Familienalltag mit Stress umzugehen. 


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, es schadet weder Ihrer Tochter noch Ihrer beider guten Beziehung, wenn Sie wichtigen Forderungen durch einen lauteren, bestimmenden Tonfall Nachdruck verleihen. Es ist wichtig, dass Ihre Tochter nicht wegläuft. Damit könnte sie sich  z.B. im Straßenverkehr gefährden. Kinder im Alter Ihrer Tochter versuchen entwicklungsbedingt, Verbote zu ignorieren. Wenn Sie jedoch bereits mehrfach in normaler Tonlage ein bestimmtes Verhalten eingefordert haben, ist es angemessen, Ihre Forderung durch das Heben der Stimme zu verdeutlichen. Dafür sollten Sie sich auf keinen Fall entschuldigen. Das entwertet für Ihre Tochter das von Ihnen Geforderte. Sie kann mit zwei Jahren noch nicht differenzieren, dass Sie sich für den Ton aber nicht den Inhalt entschuldigen. Hier geht es wirklich nur um ein deutliches Heben der Stimme. Das ist keine verbale Gewalt. Anschreien, Beleidigen und Entwerten belasten ein Kind massiv. Kleine Kinder können Eltern sehr unter Stress setzen. Sie sollten jedoch nie vergessen, dass Ihre Tochter immer das schwächere Gegenüber ist. Für Sie ist es bestimmt hilfreich, dass Sie ein Angebot zur Stressreduktion angenommen haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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